Der befreiende Umgang mit Fehlern, den eigenen wie den fremden, war das Thema ihres Vortrags, den sie auf Einladung der Frauen-Union (FU) Adelsdorf hielt. Die "Powerfrau der Kirche", so FU-Vorsitzende Karin Frank, ist bekannt durch ihre vielen öffentlichen und vor allem ungewöhnlichen Aktivitäten, vor allem als skateboardfahrende Nonne. "Ich kann das Brett nicht mehr ausstehen", bekannte sie auch offen. Obwohl so ein Gerät zu ihr sehr wohl passt, war sie doch als Jugendliche Leistungssportlerin.

Das erwarten bei ihrer rundlichen Figur nur wenige, dass sie bis zu ihrem 18. Lebensjahr ausschließlich eine sportliche Karriere im Sinn hatte und religiösen Dingen völlig entfremdet war. Heute hat sie trotz ihres Ordenseintritts auch Karriere gemacht. Als Rednerin. 164 Mal sprach sie im vergangenen Jahr öffentlich, vor kirchlichen Kreisen, aber auch auf Einladung von Wirtschaftsverbänden und Firmen. Gegen deren sonstige Verhaltensweisen geht sie aber deutlich auf Distanz. "In Deutschland gibt es keine Fehlerkultur mehr. Fehler sind nicht mehr entschuldbar, Sünden dagegen sehr wohl." Und: "Die deutsche Anerkennung ist der Neid."

Sie hegt den Verdacht, das Jammern sei so in Mode, "damit wir eingejammert sind, wenn wirklich etwas passiert." Etwas mehr Großzügigkeit, etwas mehr Leidenschaft täte allen gut. Letzteren Aspekt packt sie ihrem Wesen gemäß ebenfalls in pointierte Worte: "Ich kenne jetzt das Problem der Kirche: der Islam." Kleine rhetorische Pause, dann fährt sie in ihrem leicht hessischen Tonfall fort: "Der Pfarrer is la(h)m, der Chor is la(h)m ..."

Das hat sie schon vor Längerem erkannt und ist zumindest in ihrer "Kleinen Kommunität der Geschwister Jesu" (mit Sitz in Oberlindach) dagegen angegangen. Die neun von ihr komponierten Musicals darf man auch in diese Kategorie "Leidenschaft für Gott" einordnen. Die FAZ nannte Zukic deshalb: "die deutsche Antwort auf Sister Act". Vielleicht hinkt der Vergleich ein bisschen. Zutreffend ist aber, dass der Film und die Ordensfrau Freude, Fröhlichkeit und Zuversicht ausstrahlen.