Es war ein idealer Tag für das diesjährige Klosterfest vor der Kirche in Münchaurach. Die Klosterkirche St. Peter und Paul in Münchaurach ist einer der ältesten Sakralbauten in Mittelfranken und wird derzeit umfassend renoviert.
Deshalb fand auch der durch den Posaunenchor umrahmte festliche Gottesdienst, der das Klosterfest eröffnet, vor der Kirche statt. Zahlreiche Gläubige fanden sich zum Gottesdienst ein, dabei waren besonders die Schattenplätze gefragt. "Es blieben viele Gottesdienstbesucher gleich zum Mittagessen da", freute sich Karl-Heinz Gechter.
Der Vorsitzende des Heimat- und Gartenbauvereins, Ausrichter des jährlichen Klosterfestes, hatte mit seinen zahlreichen Freiwilligen vor der Kirche wieder eine Atmosphäre geschaffen, in der sich die zahlreichen Besucher wohlfühlten.
Wie schon in den Vorjahren, gab es regionale Produkte zu kaufen. Honig vom Imker Gerhard Schuh, der auch ein Bienenvolk dabei hatte, die Münchauracher Brennerei Lorenz Salbaum bot edle Obstbrände zum Kauf und zur Verkostung an. Obst, Gemüse und Blumen waren ebenso zu erwerben wie Schmuck der Landjugend. Erstmals gab es einem Flohmarkt, den die benachbarte Familie Fiebig organisierte. Der Verein selbst stellte seine Leihgeräte vor und verkaufte selbst gefertigte Insektenhotels und Nistkästen.
Wem es noch nicht warm genug war, der konnte sich zu den Klängen der Gleißenberger Musikanten im Volkstanz üben. Den Abschluss des sehr gut besuchten Nachmittags machte dann die Jugendkapelle Aurachtal mit bekannten und beliebten Weisen.
Das Klosterfest fand erstmals im Jahr 1986 statt. Der damalige Vereinsvorsitzende Ulrich Bürks wollte damit den damals neugegründeten Verein vorstellen und die Menschen zusammenbringen. Dass dies gelungen ist, bestätige Vorsitzender Gechter: "Wir haben inzwischen Stammgäste aus der gesamten Umgebung und dank unserer freiwilligen Helfer ist das Fest, bei passendem Wetter, auch immer ein Erfolg."
Natürlich stieß auch die Kirche selbst auf Interesse. Sie präsentierte sich im Innern zum Tag des offenen Denkmals im ungewohnten Aussehen. Der Innenraum ist wieder komplett eingerüstet und die Kirchenmaler sind am Werk. "Der Innenraum wird sich in einem völlig neuen Gewand präsentieren, es wird nicht nur neue Farben geben, auch die Technik wird auf den neuesten Stand gebracht", erklärt Pfarrer Kuhn.
Das mittelalterliche Benediktinerkloster Münchaurach wurde im Zuge der Reformation 1528 aufgelöst. Die dreischiffige Basilika St. Peter und Paul (errichtet um 1130) diente fortan als Pfarrkirche für die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde. Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege betreut intensiv die gegenwärtige Instandsetzung. Ein besonders Gewicht liegt auf der in Zusammenarbeit zwischen der Baudenkmalpflege und Bodendenkmalpflege.

Eine Kirche zum Verstehen


So kamen Aufsehen erregende Befunde zu Tage, die dem Gotteshaus eine ganz neue Bedeutung geben. Dr. Sebastian Sommer, Leiter der Abteilung Bodendenkmalpflege im Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege: "Dieser 900 Jahre alte Schmuckfußboden aus der Erbauungszeit der Kirche ist eine Sensation! Dass es in der Münchauracher Kirche eine solche Kostbarkeit romanischer Baukunst geben würde, haben wir nicht erwartet."
Bei dem Schmuckfußboden handelt es sich um einen Gipsestrich. Er weist eine Verzierung
mit verschiedenen Kreisdarstellungen auf, teilweise sind sie in roter und schwarzer Farbe gefasst. Diese Art der Bodengestaltung lässt eine hohe Bedeutung und eine gute finanzielle Ausstattung des Klosters vermuten. Sie weist auch auf ein hochausgebildetes geistiges Leben im Kloster hin. In der Romanik wurden immer wieder die Mittelschiffe von Kirchen mit Symbolen des damaligen Weltbildes verziert. Es ging dabei um das Beziehungsgeflecht zwischen Theologie, Ethik und Natur. Die Welt sollte als ein aus dem christlichen Glauben erwachsenes Ganzes begriffen werden. Schmuckfußböden dieser Art sind heute äußerst selten - und daher besonders wertvoll.
In Bayern ist bislang neben dem Münchauracher Boden nur ein einziger vergleichbarer Befund bekannt: In den 1970er Jahren wurde im Kloster Benediktbeuern ebenfalls ein mit Kreisornamenten geschmückter Gipsestrichboden entdeckt. Die Denkmalpfleger legten die in großen Partien zusammenhängend und jeweils über mehrere Quadratmeter erhaltenen Reste des Schmuckfußbodens frei, diese wurden vermessen und dokumentiert. Der Gipsestrich braucht zur Konservierung unbedingt eine feuchte Umgebung und wurde deshalb wieder sorgfältig überdeckt. Der spektakuläre Fund von Münchaurach ist dann zwar nicht mehr sichtbar, die Abdeckung und der neuen Fußboden schützen und bewahren den kostbaren Estrich jedoch für künftige Generationen.
Das Hauptschiff und die beiden Seitenschiffe haben alle Stürme von über achteinhalb Jahrhunderten überdauert und sind weitestgehend unverändert geblieben. Das Kloster wurde von Graf Goswin von Höchstadt, seinem Sohn Herrmann Pfalzgraf zu Rhein und dem Bamberger Bischof Otto gestiftet und mit Besitzungen und Abgabenrechten ausgestattet. Neben der Kirche befanden sich drei Konventsgebäude, in denen der Abt und die Mönche lebten.