Zu Gast waren aus Island die Jazz-Pianistin Sunna Gunnlaugs, ihr Ehemann Thorgrimur Jonsson (bass) und Scott McLemore (drums).
Sunna Gunnlaugs hatte als Kind Unterricht auf der Heimorgel und spielte Pop- und Unterhaltungs-Musik. Ein Album von Bill Evans verführte sie zum Modern Jazz. Ab 1993 besuchte sie ein College in den USA. Ihr Debütalbum brachte sie in ihrer damaligen Dreierformation in Brooklyn heraus. Heute tourt sie unter anderem in Europa und spielt in regelmäßigen Abständen ein neues Album ein.
Bei ihrem Konzert am Sonnabendabend im Schlossgewölbe standen ihre Alben "Cielito Lindo" und "Distilled" im Mittelpunkt. Der Gassenhauer "summertime" von George Gershwin wurde exzellent interpretiert und ließ den Zuhörern in seinen virtuosen Jazz-Variationen viel Raum zum Fantasieren. Überhaupt hatte man oft an diesem Jazzabend das Gefühl, Meditationsmusik ganz besonderer Art zu hören. Der von der Formation gebotene Jazz war nicht nur für den Verstand, er forderte das Herz-Gefühl auf ganz besondere Weise heraus.
Die drei Musiker jonglierten in hoher Perfektion mit den Tönen und präsentierten sich als harmonisches Ganzes. Sie spielten ihren Jazz mit vollkommener Eleganz, viel Poesie und in einer exzellenten Interpretation. Jedem der drei Musikanten bleibt dabei genügend Raum, die eigene Virtuosität unter Beweis zu stellen. Die skandinavische Färbung ihrer klassischen Jazz-Interpretation wurde zu einem großen musikalischen Erlebnis.