Es gibt Imbissketten, die verkaufen Hamburger. Es gibt Schnellrestaurants, die frittieren Hühnchen. Die US-amerikanische Fast-Food-Kette Subway verdient ihre Brötchen mit: Brötchen. Dort heißt das Produkt allerdings "Sub". Das Weißbrot in verschiedenen Größen kann man sich belegen lassen. Mit Käse, Wurst, Salat und Soße.
15,2 Milliarden US-Dollar Umsatz hat das Unternehmen laut Wall Street Journal weltweit im Jahr 2010 gemacht. Bald könnte das Unternehmen auch in Höchstadt um die Gunst der hungrigen Kundschaft buhlen. Auf Facebook gibt es seit einiger Zeit eine Seite "Wir wollen ein Subway in Höchstadt a. d. Aisch". Neben dem Ortsnamen sind zwei rote Herzchen zu sehen. Dahinter steckt allerdings kein Fanclub sondern das Unternehmen selbst.

Mit einer Kampagne streckt Subway im Internet die Fühler aus, ob es bei den Höchstadtern überhaupt Interesse an einer Filiale gibt. "Höchstadt ist für uns interessant", sagt Christian Türcke. Er ist für die Verbreitung der Kette in Bayern zuständig. Die Facebook-Seite sei ein Mittel um Marktforschung zu betreiben. Nicht nur die Resonanz im Netz sei positiv, sondern auch das Potenzial der Stadt. "Höchstadt hat eine interessante Größe für uns", sagt Türcke, der durchscheinen lässt, dass sein Unternehmen durchaus Interesse zeigt, eine Filiale zu eröffnen.

Wie bei anderen Schnellrestaurants gilt auch bei Subway das Franchise-Prinzip. Die Kette stellt die Marke und die Logistik zur Verfügung, ein lokaler Partner betreibt das Geschäft dann selbstständig. Anfragen habe es schon gegeben. Nun gehe es darum, ob und gegebenenfalls wo einer der Sandwich-Läden eröffnen könnte. Mit der Stadt habe es schon Kontakt gegeben, sagt Türcke.

"Subway befindet sich noch in der Markterkundung", sagt Bürgermeister Gerald Brehm (JL). Eine Ansiedlung wäre "sicherlich denkbar". So etwa im geplanten Einkaufszentrum im Kieferndorfer Weg. Ob ein Standort im Gewerbegebiet in Frage kommt, wo mit den Angestellten in der Mittagspause Kundenpotenzial vorhanden ist, müsse sich noch zeigen, sagt Türcke.

Imbisswirt ist nicht begeistert

Bei Imbissbetreibern in Höchstadt löst die Nachricht, dass bald ein Konkurrent auf den Markt kommen könnte, gemischte Gefühle aus. "Ich bin nicht begeistert", sagt Ali Oez, der vor einem halben Jahr einen Imbiss mit Döner, Pizza und Pasta Am Aischpark eröffnet hat. "Die großen Firmen haben mehr Geld und mehr Möglichkeiten für Werbung", sagt Oez. "Schauen Sie nach Nürnberg oder Erlangen. Dort sind zum Beispiel alle Familienbäckereien weg." Es gebe fast nur noch Großbetriebe, die über große Mengen billig produzieren. Bei einer Ansiedlung von Subway sei das genauso. "Ich habe meine Familie zu ernähren. Wer hier arbeitet, sollte davon leben können. Die Stadt Höchstadt sollte daran denken", sagt Oez. Er frage sich, ob es in Höchstadt nicht schon genug Gastronomieangebot gibt.

Gelassener sieht es Reinhold Göring von Hermis Imbiss, nur ein paar Meter weiter: "Es wäre ja langweilig, wenn es immer nur das gleiche gäbe." Bei Göring stehen die Klassiker auf der Karte: Schnitzel, Currywurst, Fleischklößchen und wechselnde Tagesgerichte. Seit acht Jahren hat er den Imbiss. Im Sommer habe er zwischen 30 und 40 Gäste am Tag. Dass sich die Essgewohnheiten geändert haben, das habe er schon lang erkannt. Seine Kinder seien Vegetarier. "Bei mir kriegt man auch ein Rührei oder einen Gemüseeintopf. Kein Problem", sagt Göring.

"Wir sehen uns nicht als Konkurrenz. Im Gegenteil", sagt Türcke von der Fast-Food-Kette. Es habe sich gezeigt, dass dort, wo mehrere Lokale sind, typischerweise auch mehr Kunden kommen. Davon würden auch die anderen Imbisse profitieren. Außerdem sei es positiv, wenn es ein vielfältiges Angebot gibt. "Sie können ja nicht jeden Tag einen Leberkäse essen", sagt Türcke.

Der Bürgermeister betont, dass die Stadt eine klare Präferenz für regionale Produkte habe. Wenn aber Anfragen von Konzernen kämen, etwa wie damals bei Mc Donald's, so gelte das Prinzip der freien Marktwirtschaft, sagt Brehm. Das besagt ja bekanntermaßen, dass der Kunde mit den Füßen abstimmt: Bratwurst, Döner, Leberkäse oder Sub.

Angst davor, dass eine große Kette wie Subway sein Geschäft kaputt machen könnte, hat Imbisswirt Göring nicht. In einer kleineren Stadt wie Höchstadt zähle auch der persönliche Kontakt zu den Menschen. Und den habe er. Mit einem Augenzwinkern fügt er hinzu: "Wenn es hart auf hart kommt: Mein Imbisswagen hat ja Räder."