Dass Bauherren bei Sitzungen des Höchstadter Bauausschusses zuhören, wenn ihre Anträge behandelt werden, ist an der Tagesordnung. Dass den Ausschussmitgliedern von einem Antragsteller aber massiv gedroht wird, falls sie dessen Antrag nicht zustimmen, ist nicht die Regel.

Als sich am Montagabend in der Sitzung des Bauausschusses abzeichnete, dass der Antrag von Martin und Ingrid Hock auf "Neubau eines Pferdestalls und einer landwirtschaftlichen Maschinen- und Bergehalle" keine Mehrheit finden würde, schaltete sich Antragsteller Martin Hock in die Diskussion ein und drohte Bürgermeister Gerald Brehm (JL), ihm von seinen größeren landwirtschaftlichen Flächen rund um Höchstadt keinen Quadratmeter mehr zu geben.

Wenig beeindruckt von den lautstarken Vorhaltungen ließ Brehm nach längerer Diskussion abstimmen. Mit 6:4 wurde dem Antrag des Ehepaars Hock das Einvernehmen nicht erteilt. Die ablehnenden Stimmen kamen aus den Reihen der Jungen Liste und der SPD.

Die CSU wollte den Antrag absegnen. "Ich sehe keinen Grund abzulehnen", argumentierte Alexander Schulz. Seine CSU-Kollegen Michael Schwägerl und Georg Schockel meinten, das Landratsamt werde die Planung ohnehin genehmigen, auch wenn die Stadt ablehne.


Rund 300 Quadratmeter

Die Pläne der Familie Hock, die Landwirtschaft im Nebenerwerb betreibt, sehen den Bau einer rund 300 Quadratmeter großen landwirtschaftlichen Halle vor, in der auch zwölf Pferdeboxen untergebracht werden sollen. Für heftige Diskussionen sorgt der Standort.

So soll der Pferdestall an der südlichen Grenze des Geländes der Firma Medwork im Gewerbegebiet Aischpark gebaut werden. Hier stehen bereits eine offene Unterstellhalle, ein Geräteschuppen, ein alter Bauwagen und jede Mange landwirtschaftliches Gerät.

Die Verwaltung empfahl die Ablehnung des Bauantrags, weil das Vorhaben im Außenbereich und im festgesetzten Überschwemmungsgebiet der Aisch liegt. Zudem sei die Abwasserbeseitigung nicht geklärt. Das Wasserwirtschaftsamt und das Landratsamt würden das wohl anders sehen, war aus den Reihen der CSU und der Antragsteller zu vernehmen.

Zweiter Bürgermeister Günter Schulz (SPD) plädierte dafür, die Flussauen nicht noch mehr einzuschränken. Axel Rogner (JL) will generell keine Gebäude im Überschwemmungsgebiet und möchte später auch nicht Pferde im Wasser stehen sehen.

Aus dem Landratsamt erfuhr der Fränkische Tag am Dienstag, dass es noch keine Entscheidung gebe und das Verfahren noch laufe.