Die Planungen für den sechsspurigen Ausbau der A3 zwischen Höchstadt-Nord und Klebheim laufen auf Hochtouren. Eine neuralgische Stelle ist dabei die Unterführung zwischen Etzelskirchen und Kieferndorf. Diese Durchfahrt sollte auf Wunsch der Stadt Höchstadt auf eine Breite von 12,30 Meter ausgebaut werden. Bisher ist der Tunnel durch die Autobahn nur drei Meter breit.

Mit knapper Mehrheit beschloss der Stadtrat in seiner Sitzung am Montagabend, auf die schon vor längerer Zeit mit großer Mehrheit beschlossene Verbreiterung zu verzichten. Neben den 12,30 Metern Breite sollte diese Unterführung mindestens 4,50 Meter hoch werden, um bei Bedarf eine Gemeindeverbindungsstraße mit Geh- und Radweg unterzubringen.


Kostenbeteiligung gefordert

Die Stadt war von der Regierung von Mittelfranken aufgefordert worden, sich im Zuge des Planfeststellungsverfahrens nun endgültig zu entscheiden, ob die Unterführung gewaltig verbreitert werden sollte oder nicht. Bei der zunächst beschlossenen Verbreiterung hätte die Stadt Höchstadt einen Teil der Kosten übernehmen müssen. Bei der Entscheidung des Stadtrates am Montagabend spielten die Kosten aber nur eine Nebenrolle.

Die knappe ablehnende Mehrheit fürchtete vielmehr, dass eine Verbreiterung die Voraussetzung dafür wäre, östlich der Autobahn ein weiteres Gewerbegebiet auszuweisen. Mit der Erschließung eines solchen Gewerbegebietes hatte die Stadt auch ihren Antrag auf Verbreiterung begründet.

Die vorhandene Breite von drei Metern reiche voll aus, fand Hans-Walter Förtsch (CSU). Für SPD-Sprecher Andreas Hänjes wäre eine Verbreiterung der Durchfahrt auf 12,30 Meter "keine Verkehrsplanung, sondern Unsinn". Es könne nicht sein, dass damit ein Industriegebiet vorangetrieben werde, meinte Hänjes, der bis auf diese Unterführung nichts gegen die Pläne für den A3-Ausbau habe.


Mehr Verkehr durch Etzelskirchen

Bernd Herberger (CSU) outete sich als Gegner einer Gewerbegebietsausweisung östlich der Autobahn und damit auch gegen eine Verbreiterung der Unterführung. Etzelskirchen und die angrenzenden Ortsteile hätten schon genügend für die Stadt getan, fand der CSU-Youngster. Eine breitere Durchfahrt würde auch automatisch mehr Verkehr durch Etzelskirchen bedeuten, waren sich die Gegner einig.

Es gehe hier nicht um ein Gewerbegebiet, gab JL-Sprecher Michael Ulbrich zu bedenken. Man wolle sich einfach Optionen offen halten und sich nichts verbauen. "Wenn wir die Verbreiterung nicht bauen, ist das eine vertane Chance", sagte Baptist Enkert (CSU). Jedes Loch unter der Autobahn hindurch sei ein Vorteil für die Zukunft.
Die Befürworter einer Verbreiterung konnten sich aber nicht durchsetzen. Da half auch der Appell von Bürgermeister Gerald Brehm (JL) nichts, man müsse an die nächsten 50 bis 60 Jahre denken.