"Halt die Musik net auf, die wollen doch spielen," sagte ein Gast am Rosenmontagabend im Ratskeller zu einem anderen. Um spöttelnd zu ergänzen: " Aber vielleicht ist es ja ganz gut, wenn sie net spielen..."
Wer selber gern witzelt, muss auch Spötteleien vertragen können, und die Ex-Candys können das besser als viele andere. Sind es doch auch die Sprüche von Schlagzeuger Otto Krejsa, die der Band einen gewissen Kultcharakter eingebracht haben.
Über Jahrzehnte hinweg sorgten sie für Stimmung in Herzogenaurach. Beliebt waren ihre Auftritte auf der Sommerkirchweih oder auch beim Faschingstreiben am Marktplatz. Und als sie dort ihren Abschied bekannt gaben, tat sich spontan ein Fanclub auf und protestierte mit Plakaten für einen Erhalt der Candys.
"Hurra, sie leben noch" hat der FT einmal getitelt, und das gilt noch heute. Nicht mehr als Candys, aber unter dem Namen "Die drei depressiven Vier" sorgen sie seit Jahren am Rosenmontag im Ratskeller dafür, das der Kult nicht ausstirbt. "Früher waren sie die Candys, heute sind sie zuckersüß" - dieser Slogan bescherte den Leuten um Ratskeller-Chefin Bea Wirth auch dieses Jahr ein volles Haus.
Wolfgang "Otto" Krejsa, Rudi Bauerfeld, Georg "Felder" Ort und Werner "Pfanni" Pfannerer lockten vor allem das etwas ältere Publikum an. Eine Ü-30-Party vom Feinsten war es, die sich da bildete. Und sie schloss an die Faschingstradition von einst an. Früher gab es den Rosenmontagsball im Vereinshaus, doch weil dort seit Jahren "nix geht"- trifft man eben im Ratskeller seine Freunde.
Die einen tanzten, die anderen nutzten die Gelegenheit zu einem Plausch unter Bekannten. Wie Norbert Erhardt beispielsweise, der Taxiunternehmer, oder Jürgen Rissmann, der Gastronom. Und auch Thomas Kraus, Geschäftsführer einer Herzogenauracher Firma, brachte es auf einen Nenner: "Einfach mal Spaß haben, bevor einen der Arbeitsalltag am nächsten Tag wieder einholt." Das ist aber das Schöne an der verrückten fünften Jahreszeit: Jeder hat seinen Tag danach und dennoch ein Lächeln auf den Lippen.