Vor 17 Jahren, also im Jahr 2000, haben ein paar Musikbegeisterte angefangen, die Kunst der brasilianischen Trommel zu erlernen. So entstanden die Piranhas von der Aurach, exakt genannt: "Piranha Social Club". Zwei Jahre später, bei der 1000-Jahr-Feier von Herzogenaurach, schlug dann die offizielle Geburtsstunde.

Seither hat sich die Sambagruppe rund um den "Weltbürger" Alberto Parmigiani längst einen Namen gemacht - nicht nur in Herzogenaurach und Umgebung, auch über Nürnberg hinaus reicht der Bekanntheitsgrad. Und beim Sambafestival in Coburg, der größten Veranstaltung dieser Art außerhalb Brasiliens, der Hochburg des Sambatanzes und der Sambamusik, sind die fränkischen Raubfische auch schon seit 15 Jahren dabei und gehören gewissermaßen zum Inventar. 2009 wurden sie von der "Samba Community" in einem Internet-Wettbewerb zur beliebtesten Gruppe des Festivals gewählt.

Und weil das so ist und die Piranhas von der Aurach mit viel Spaß und Begeisterung bei der Sache sind, wollten sie das 15. Jubiläum der Truppe auch entsprechend feiern. Für den 6. Mai hatte Alberto, der gebürtige Mailänder und bekennende Herzogenauracher, mit dem brasilianischen Talent und einem großen Herz für Nepal, daher das Vereinshaus gebucht. Dort, im Veranstaltungssaal der Stadt, sollte Geburtstag gefeiert werden. Mit einer Capoeira-Show und brasilianischer Livemusik, mit Zumba und Samba, mit einer Open End Disco und passendem Fingerfood.

"2500 Flyer haben wir schon verteilt", sagt Alberto, und zwar bei Auftritten unter anderem in Nürnberg und im Raum Forchheim sowie beim Karibikfasching im Erlanger E-Werk. Auch die Eintrittskarten waren schon gedruckt.

Doch dann kam die Absage. Die Betreiber des Vereinshauses hatten den Saal am genannten Tag offenbar gleich doppelt vergeben. Und von der zweiten Veranstaltung konnten sie wohl nicht mehr zurücktreten, sagt Parmigiani.

Freilich ärgerte sich der Sambamann sehr darüber. Aber auch Thomas Emilius - er ist einer von zwei Pächtern des Vereinshauses - war das Versehen offensichtlich peinlich. In einer Stellungnahme bittet er um Verständnis. "Wir möchten uns als Unternehmer des Vereinshauses noch einmal persönlich bei den Verantwortlichen des Piranha Social Clubs entschuldigen", schreibt er. Und: "In unserem Hause ist es auf Grund eines Abstimmungsfehlers zu einer fatalen Terminüberlagerung gekommen." Bei der Veranstaltung im kommenden Jahr wolle man die Gruppe "in allen Belangen unterstützen, um die Veranstaltung nachzuholen."

Am 6. Mai will Alberto selbst vor Ort sein. Bei möglicherweise von weiter weg angereisten Gästen möchte er sich dann persönlich entschuldigen. Herzogenauracher Interessenten erfahren die Absage ohnehin unter anderem über die Zeitung. Zur Reaktion des Vereinshaus-Wirts meint Parmigiani: "Ich finde seine Geste sehr korrekt." Auf eine andere Lokalität wollte sich der Piranhachef nicht einlassen. Man möchte ins Vereinshaus, weil das ideal sei für die Party.

Am kommenden Sonntag wird man die Piranhas übrigens beim Ökofest im Weihersbach bewundern können. Außerdem treten sie am 14. Juni bei "Rock für Nepal" im Schlosshof auf.

Welche Samba aber spielen die Piranhas eigentlich? "Wir spielen die brasilianische Samba", sagt Alberto. Und das alles querbeet. Dabei ist Samba total unterschiedlich, weiß der Rhythmuskünstler zu berichten. "Samba ist in Rio anders als in Salvador." Seine "Piranhas" konzentrieren sich auf Brasilien, auf die heißblütige Samba. Es ist die Musik der Straße.