Der Rekord liegt bei 97 Stundenkilometern: Diese Geschwindigkeit registrierte die gemeindeeigene Messanlage bei einem Autofahrer, der nachts durch die schmale Ortsdurchfahrt des Adelsdorfer Ortsteils Lauf düste - bei erlaubtem Tempo 30. Weil in Lauf aber nicht nur nachts gerast wird, hat die Gemeinde jetzt die Notbremse gezogen.

"Und die wirkt", ist Höchstadts Polizeichef Jürgen Schmeißer überzeugt. Auf Wunsch der Laufer Dorfgemeinschaft um ihren rührigen Vorsitzenden Daniel Hoepffner hat Bürgermeister Karsten Fischkal (FW) drei Kunststoffschwellen auf der Ortsdurchfahrt installieren lassen.


Günstige Lösung gegen Raser



An den beiden Ortseingängen und mitten im Dorf haben Bauhofmitarbeiter die sechs Zentimeter hohen Kunststoffteile auf die Fahrbahn gedübelt, jeweils drei Meter breit und knapp eineinhalb Meter lang. "Die Teile sind zugelassen und auf der gemeindeeigenen Straße können wir es machen", sagt der Bürgermeister.
Fischkal stimmte dem Vorschlag der Laufer Dorfgemeinschaft auch deshalb sofort zu, weil es die billigste Lösung ist, um den Verkehr zu bremsen. 1500 Euro kostet eine solche Platte. Eine finanzierte die Dorfgemeinschaft, zwei steuerte die Gemeinde Adelsdorf bei.

Für alle Ewigkeit müssen diese Kunststoffteile aber nicht den Verkehr in Lauf bremsen. "Wir gehen einen neuen Weg und wollen es mal ausprobieren", sagt der Bürgermeister. Sollten sich die in ganz Europa verbreiteten Schwellen in Lauf als nicht praktikabel erweisen, könne man sie sofort wieder entfernen. Fischkal spricht von einer Testphase. Ob diese erfolgreich war, sollen dann die Anwohner entscheiden.

Man habe auch andere Lösungen, wie Fahrbahnverengungen mit verschiedenen Materialien, überlegt, sich dann aber für die Schwellen entschieden. Die ersten Erfahrungen sind positiv, berichtet der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft Hoepffner: Die erste Nacht mit den Schwellen auf der Straße sei deutlich ruhiger gewesen.


Testlauf mit Hinweisschildern



Die meisten Autofahrer, die jetzt durch Lauf fahren, bremsen vor den Schwellen noch einmal deutlich ab. Hinweisschilder machen sie zumindest für das nächste halbe Jahr noch auf die "Gefahr" aufmerksam. "So lange müssen wir darauf hinweisen", hat sich Fischkal schlau gemacht.

Sollten die Schwellen in Lauf auf keinen großen Widerstand stoßen, werden sie sich wohl im Ortsgebiet von Adelsdorf rasch ausbreiten. Der Aischer Gemeinderat Ottmar Hobner (FW) hat sich in Lauf bereits ein Bild gemacht und hätte solche Teile gerne auch an der Ortseinfahrt von Aisch aus Richtung Medbach. Bürgermeister Fischkal kann sich die Kunststoffschwellen auch in Neuhaus vorstellen.

Weil sich die Gemeinde teurere Maßnahmen zur Geschwindigkeitsreduzierung nicht leisten kann, teste man jetzt die günstigste Variante, sagt der Bürgermeister.