Teuflisch grüßt eine Fratze mit verkniffenen Augen, fletschenden Zähnen und wirrem Haar die Besucher am Kirchenplatz. Und das im Schatten des Kirchturms, direkt vor der Stadtpfarrkirche. Blasphemie? Nein, eher kreative Kunst. Denn die Masken, die seit Montag bis Mittwoch auf öffentlichen Plätzen grüßen, sollen den Betrachtern ja ins Auge fallen. Sie dazu animieren, sich damit auseinander zu setzen.

Walter Scheinkönig vom Kunst- und Kulturverein steckt hinter der Aktion. Nicht nur die Teufelsfratze vor der Kirche hat er angebracht, auch weitere 29 andere Masken sind im Stadtgebiet verteilt worden. Und zwar dort, wo nur Fußgänger unterwegs sind und keine Autofahrer abgelenkt werden, sagt der Künstler.

Es handelt sich um Übrig bleibsel des Kulturoffenen Samstags. Dafür wurden aus Benzin- oder Wasserkanistern Gesichter gemacht - so genannte "Plastic faces". Die können nun an ihren Plätzen nicht nur bewundert, sondern auch mit nach Hause genommen werden. "Gefall ich dir? Dann nimm mich doch einfach mit!" steht auf einem Schildchen geschrieben.

"Wenn die Leute die Gesichter mitnehmen und sich zuhause damit auseinander setzen", sagt Scheinkönig, "und damit sehen, was mit Plastik alles geschaffen werden kann, dann ist das Ziel erreicht." Denn ein Sinn der Aktion war, auf Umweltressourcen und Müllvermeidung hinzuweisen. Und man sieht am Ergebnis, wie hübsch Plastikmüll sein kann.