"Unsere Steuerkraft hat sich positiv entwickelt", stellte Glinka - gleichzeitig auch Kämmerer der Gemeinde - bei der Haushaltsberatung fest. Damit beantwortete er auch gleich die Frage von Gerd Dallner (FWG Steppach). Der Gemeinderat zeigte sich erstaunt über die Höhe der im Haushaltsentwurf vorgesehenen Ansätze für Gewerbesteuer und Einkommensteuerbeteiligung.
Wie Bürgermeister Hans Beck (Wählerblock Sambach) auf telefonische Nachfrage mitteilte, sind in diesem Jahr 900 000 Euro Gewerbesteuereinnahmen angesetzt. Das bedeutet, dass die Gemeinde mit einer Erhöhung rechnet. "Pseudozahlen haben wir noch nie drin gehabt", kommentierte Beck den Etat. Im vergangenen Jahr hatte Glinka noch 800 000 Euro Gewerbesteuer angesetzt.


Der Schuldenstand sinkt

Den Vorentwurf des Haushalts stellte Beck seinem Ratsgremium am Donnerstag zur Diskussion. Geschäftsleiter Glinka wollte deutlich machen, "wo wir finanziell stehen". Mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von 999 Euro zum Jahresende 2015 und geplantem kontinuierlichem Abbau steht die Gemeinde finanziell nicht schlecht da.
Hinzu kommen könnte in diesem Jahr noch eine Kreditaufnahme von 180 000 Euro, so sie denn in Anspruch genommen wird. Ein zinsgünstiges Darlehen, das für den Ausbau der Breitbandversorgung eingesetzt werden könnte, wie Glinka erläuterte. Denn dafür muss Pommersfelden nach Abzug der staatlichen Förderung noch etwa 175 000 Euro aus der eigenen Tasche berappen. Die Erschließung der neuen Baugebiete in Steppach und Sambach werden "haushaltsextern" über einen Erschließungsträger finanziert. Neben kleineren Ausgabeposten wie einem etwas erhöhten Ansatz für Personalkosten (Überstunden müssen ausbezahlt werden), Ergänzung der Straßenbeleuchtung und Restfinanzierung verschiedener Maßnahmen schlägt die Sanierung der Sambacher Friedhofsmauer als größerer Brocken zu Buche. Die Gesamtkosten bezifferte Glinka mit 325 000 Euro, etwa die Hälfte davon kommt im vorliegenden Haushalt zum Tragen. Eine Kostenhöhe, die den Räten zu denken gab.


Rampe brachte Mehrkosten

Gerd Dallner wollte daher wissen, woraus die Mehrkosten resultieren. Laut Bürgermeister Beck hat vor allem die Auffahrrampe Kosten verursacht. Anfangs sollte sie nur saniert werden. Weil sie aber so marode war, entschied man sich für eine Erneuerung. Ursprünglich hatten sich die Räte bei der Einfriedung nur für eine Betonmauer ohne Natursteine entschieden. Damit sei das Amt für ländliche Entwicklung nicht einverstanden gewesen und es hätte keinen Zuschuss gegeben, der jetzt immerhin 50 Prozent beträgt, wie Beck auf Nachfrage betonte.
Einen Wunsch der Schule reichte Angela Nusser (Bürgerblock Pommersfelden) an die Verwaltung weiter: Der Parkplatz gegenüber der Turnhalle solle - möglichst kurzfristig - ausgebaut werden, so "dass man trockenen Fußes" in Schule und Turnhalle kommen könne. Wie es scheint, wird sich die Beharrlichkeit der Gemeinderätin auszahlen: Bauhofchef Edgar Frischmann räumte ein, der Parkplatz könne ohne große Kosten durch den Bauhof ausgebessert werden. Eine "große Lösung" samt Asphaltierung der Straße will Bürgermeister Hans Beck erst im Rahmen der Städtebauförderung angehen. Er möchte auf jeden Fall in den Genuss der Fördermittel kommen. Weil man noch ganz am Anfang steht, sei in diesem Jahr aus dem Topf noch nichts zu erwarten.
Diskussionsthema war auch der (gemeinsame) Haushaltsansatz für die gemeindlichen Feuerwehren. Angela Nusser, die einen eigenen Haushaltsansatz für jede der vier Wehren lieber gesehen hätte, musste sich belehren lassen: Die einzelnen Wehren könne man hinsichtlich des Bedarfs überhaupt nicht vergleichen, erklärte Zweiter Bürgermeister Helmut Schleicher (FWG Steppach). Und Konkurrenzdenken wolle man sowieso von vornherein ausschalten, betonte Beck.