Am Montag wurden 13 Schüler im Alter von 14 bis 17 Jahren und 28 Erwachsene aus der russischen Partnergemeinde Krasnogorsk von Zweitem Bürgermeister Günter Schulz (SPD) im Kommunbrauhaus herzlich willkommen geheißen. Die beiden Russinnen Ekaterina Barbashina und Pavlina Kulagina, die schon einige Wochen in Höchstadt weilen, stellten anschließend ihren Landsleuten gerne ihre deutsche Lieblingsstadt und die ganze Region vor.
Am Sonntag war die Gruppe in München von einer Höchstadter Delegation am Flughafen abgeholt worden und anschließend konnten sich die Gäste in der bayerischen Landeshauptstadt umsehen.
Nach der Begrüßung im Gymnasium am Montagmorgen erkundeten die Schüler das Schulhaus, nahmen an einer Unterrichtsstunde teil und besuchten zusammen mit Klaus Strienz die Polizei, bevor sie zum offiziellen Empfang ins Kommunbrauhaus marschierten.
Die große Hitze sind sie gar nicht gewöhnt. "In Moskau regnet es und es sind 17 bis 20 Grad", meinte Irina Philimonowa, die Schulleiterin des Partnergymnasiums in Krasnogorsk. Günter Schulz erzählte ein bisschen aus der Geschichte des Kommunbrauhaus. "Ihr sitzt jetzt auf den Plätzen der Stadträte", erklärte er schmunzelnd. Ekaterina Barbashina fungierte gerne als Moderatorin und Dolmetscherin. Sie stellte die vier Lehrerinnen des Gymnasiums vor: Direktorin Irina Philimonowa war schon drei Mal in Höchstadt und für die Zweite Schulleiterin Maria Tsomaja und ihre Kollegin Larissa Pribilskaja ist es der zweite Besuch. Elena Dildina, die Deutschlehrerin aus Krasnogorsk, übersetzte in gutem Deutsch die Gruß- und Dankesworte ihrer Schulleiterin: "Wir sind gerne gekommen. Hier ist es sehr schön, die Leute sind nett und so gastfreundlich. Alles ist so sauber und überall die schönen Blumen", schwärmte sie.
Pavlina, die Germanistikstudentin, machte bei der Präsentation den Anfang. "Wir Besucher sollten wissen, dass wir hier in Franken und nicht in Bayern sind. Franken kam erst vor 200 Jahren zu Bayern und die Franken sind selbständig, selbstbewusst und pflegen ihre eigene Sprache. Auch die Küche und die Traditionen sind für die Menschen hier ganz wichtig", erklärte sie ihren Landsleuten.
Auch über die Möglichkeiten wie man als junger Russe nach Deutschland kommen kann, klärte sie auf: " Ihr müsst euch an den deutschen akademischen Auslandsdienst, ans Goethe-Institut oder an die Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch wenden."
Dann wechselte sie mit Ekaterina die Plätze und die junge Lehrerin präsentierte die Region Höchstadt anhand vieler Bilder: schöne Fachwerkhäuser, Wasserräder an der Aisch, Störche und natürlich die Georgskirche. Sie bedankte sich besonders bei Hans Hagen, ihrem Betreuungslehrer, Klaus Strienz, der alles so gut organisiert hat und auch bei Erek Mennecke, dem schulischen Nachfolger von Strienz, der ja im Vorruhestand ist.
"Ich komme aus dem Osten und habe als Schüler ein bisschen Russisch gelernt - damals", erklärte Erek Mennecke dem FT. "Seit ich aktiv im Austausch mitwirke, habe ich nochmal die Universitätsbank gedrückt und zwei Jahre Russisch gepaukt, denn für mich war es selbstverständlich, wenn ich hier mitmache, dass ich die Sprache lerne, um mich mit den russischen Kollegen austauschen zu können", meinte er. "Außerdem macht es echt Spaß!"
Ein volles Programm erwartet die Gäste in dieser Woche: Besuch in Vestenbergsgreuth bei der Firma Martin Bauer und anschließend ein Abstecher auf die dortige Sommerrodelbahn. Am Dienstag Neuschwanstein, am Mittwoch Nürnberg, am Donnerstag Bamberg, abends Besuch des Musicals im Gymnasium, Freitag Rothenburg und abends Empfang durch die Stadt. Auf das Wochenende mit der Russischen Nacht freuen sich alle und nach dem Sonntag - dem Familientag - geht es über München wieder zurück in die Heimat. Johanna Blum