Einer kaputten Wasserpumpe auf einer langen Reise von A nach B kann wohl kaum jemand etwas Positives abgewinnen. Ein Röttenbacher Schachfreund wurde während einer Ugandarundreise - er war mit seiner Familie und einem Leihwagen im Nationalpark Queen Elizabeth unterwegs - jedoch eines besseren belehrt: Die defekte Wasserpumpe ermöglichte dem Mitglied des Röttenbacher Schachtreffs, in einer kleinen afrikanischen Siedlung am Rande des Nationalparks schachliche Entwicklungshilfe zu leisten, wobei er auf eine äußerst interessierte Jugend traf.
Während der dreieinhalbstündigen Reparatur versammelte sich die ugandische Dorfjugend um ein vom Schachfreund bereitgestelltes Schachspiel und sog die dargebotenen Instruktionen bereitwillig in sich auf, berichtet Gerhard Frank. Bereits nach zwei Stunden sei es den Jugendlichen möglich gewesen, gegeneinander anzutreten und das Gelernte umzusetzen. Gerne wollten sie ihre ersten schachlichen Erfahrungen vertiefen und baten den Schachfreund nach dessen Rückkehr nach Deutschland um weitere Hilfestellungen via Internet.

Kontrast zum Auswendiglernen

Das Schachangebot an ugandischen Schulen ist umso wichtiger, da hier vor allem Wert auf das Rezitieren von Auswendiggelerntem gelegt wird. Schach hingegen fördert nachweislich ("Trierer Studie") intra-individuelle Dynamik und lösungsorientierte, eigene Denkansätze - Eigenschaften, die in Uganda aber auch in Deutschland in der schulischen Bildung und geistigen Entwicklung essentiell sind und gefördert werden sollten, meint Frank.
Deshalb findet derzeit auch an der Röttenbacher Schule unter der Leitung von Ernst Knoll, dem Vorsitzenden des Schach-treffs Röttenbach, an vier aufeinanderfolgenden Samstagen Schachunterricht statt. Derzeit nehmen 17 Schüler teil.

Erfolgreiche Mannschaften

Der Erfolg des jungen Vereins spiegelt sich auch in der zu Ende gegangenen Spielsaison wider, heißt es in dem Bericht. Die erste Mannschaft belegte einen respektablen vierten Platz in der K2, die zweite Mannschaft steht auf einem Aufstiegsplatz in die K3. Die drei Jugendmannschaften belegen den zweiten und dritten Platz in der Kreisjugendliga 2 und den vierten Platz in der Kreisjugendliga 1.
Gerhard Frank erzählt abschließend seine Vision: Wenn sich die Schachpartnerschaft per Internet mit Uganda weiterentwickelt, könnten vielleicht in Zukunft per Liveschaltung sogar Turniere zwischen fränkischen und ugandischen Schulen gestartet werden - dank einer defekten Wasserpumpe.