Die gute Nachricht vorweg: Der Rockfasching der Musikinitiative Herzogenaurach (MIH) bleibt erhalten. Nur will der Verein im nächsten Jahr kürzer treten und das beliebte Event eine Nummer kleiner und familiärer machen. Das bestätigte Vorsitzender Thomas Schönfelder auf Anfrage des FT.

Seit 1996 entwickelte sich der MIH-Rockfasching zum Knüller des Herzogenauracher Faschings. Alle Jahre, traditionell am letzten Samstag der närrischen Zeit, erreichte man ein bunt gemischtes Publikum (fast) aller Altersklassen, das Event wurde zum Kultereignis, das Vereinshaus war stets ausverkauft.


Ausgaben summieren sich

Nicht mehr so in den vergangenen zwei bis drei Jahren. "Zuletzt haben wir zweimal draufgezahlt", sagt Schönfelder. Rückläufige Besucherzahlen hätten die Kosten nicht mehr decken können. "Das hat uns zwar nicht in den Ruin gestürzt, aber es hat gereicht." Und Kosten gab es genügend: Angefangen von der Gage für den Headliner - stets eine in der Szene bekannte Band - über Technik (Musikanlage), Werbung, Hallenmiete und Gebühren bis zur Security reichen die Ausgaben. "Da summiert sich was", sagt der Vorsitzende. Vom ehrenamtlichen Aufwand ganz zu schweigen.

Jetzt ist die MIH aber ein gemeinnützig anerkannter Verein und kein kommerzieller Konzertveranstalter. Also hat man sich besonnen, etwas zu verändern. "Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist", sagt Thomas "Smiley" Schönfelder.

Ans Aufhören denkt die MIH natürlich keineswegs. Selbstverständlich soll am Rockfasching festgehalten werden. Aber man kann das Event auch in den eigenen Räumen veranstalten, und das Außenareal nutzen. So kriegt man auch genügend Leute unter, spart sich eine Menge Kosten und ist einfach familiärer.

Smiley findet die Idee, die in den letzten Monaten in der Vorstandschaft gereift ist, richtig gut. "Ist doch auch nicht schlimm, das eine Nummer kleiner zu machen", sagt er. Und: "Wir lassen uns da schon was einfallen. Das wird eine lustige Geschichte." Denkbar wäre, dass man den Außenbereich mit einbezieht, dort grillt und ein Zelt für die Bar aufstellt. Im Haus selbst wird dann Livemusik geboten. Denn ein Rockfasching soll es ja bleiben.


Verein ist nicht kommerziell

Diese Grundidee aber wäre gefährdet gewesen, wenn man im Vereinshaus geblieben wäre. Dann hätte man das Konzept anpassen müssen, um wieder mehr Besucher zu bekommen. Mehr Klamauk wollte die MIH aber nicht, wie Kassier Georg Ort ergänzt, der schon vor Jahren über Veränderungen nachgedacht hatte. Denn: "Wir sind kein kommerzieller Veranstalter." So sei es "nicht unsere Hauptaufgabe, solche Veranstaltungen zu machen", sagt er. Zumal das Interesse der Mitglieder in der letzten Zeit deutlich nachgelassen habe. Von den 180 MIH-lern seien die wenigstens auch zum Rockfasching erschienen.

Die neue Form der Kultveranstaltung wolle man vorerst nur auf das Jahr 2017 beziehen. Dann werde man sehen, wie es ankommt und was die Mitglieder dazu sagen. Ein Termin wurde noch nicht festgelegt. Gedacht war jedoch, den letzten Faschingssamstag zu verlassen, weil da viele wegfahren, wie Vorstandsmitglied Jürgen Krejsa ergänzt.

Eine Woche früher, also am 18. Februar, hat sich aber schon "Konkurrenz" angesagt. Dann steigt nach 2014 wieder mal eine Ü-30-Party der Herzogenauracher SPD. Da sollte ein volles Vereinshaus garantiert sein.
Einen passenden Termin für den Rockfasching zu finden, sei kein Problem, sagt "Smiley" Schönfelder. Schließlich feiert man ja in den eigenen Hallen. "Und wir haben noch viel Zeit."