Von der Trümmersuche über Gerätetraining bis hin zu Suchtraining - und das auf dem Nebelhorn in Oberstdorf. Diese Aktionen blühen den iranischen Gästen, die am vergangenen Freitag in Deutschland angekommen sind. In Höchstadt stand am Mittwoch Gehorsamstraining auf dem Stundenplan.

Mark Hoffman fungierte bei dem Treffen als Übersetzer vom Deutschen ins Englische und Amir Shafiee übersetzte die vielen Informationen, die Edith Mühlhans, Leiterin der Hundebereitschaft "Höchstadt Hund" parat hatte, ins Persische.

Das Training in Höchstadt gehört zu dem Bereich Unterordnung. Gehorsamsübungen sind zum Beispiel Befehle wie Sitz!, Platz!, Steh'! sowie um das Longieren mit dem Rettungshund und das Arbeiten auf Distanz. Am Ende der Übungen konnten die Hundeführer noch ihre Erfahrungen austauschen.


Hunde in Zwingern

"Für die Rettungsführer aus dem Iran ist es eine große Ehre, nach Deutschland zu reisen", sagte Mark Hofmann, der Projekt-Delegierte des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Nicht ehrenamtlich, sondern fest angestellt beim Iranischen Roten Halbmond, halten sie ihre Hunde in Zwingern, denn im Iran ist es nicht erlaubt, mit Hunden spazieren zu gehen oder sie im Auto mitzunehmen.
Es war für die Gäste interessant zu sehen, wie eng die Bindung zwischen Hundeführer und Hund ist und dass in Deutschland neben dem Schäferhund noch viele andere Hunderassen zum Einsatz kommen.
Die Kooperation zwischen dem DRK und der Schwester-Organisation Iranischer Roter Halbmond besteht seit 2003. Damals hat ein schweres Erdbeben in Bam 40 000 Menschenleben gefordert. Nun soll durch Austauschprogramme die Rettungsarbeit vorangetrieben werden.

Die Ausbildung leitet Siggi Höfer von der BRK Rettungshundestaffel Kitzingen. Mit dem Aufbau von acht Ausbildungszentren in acht unterschiedlichen Teilen des Landes soll im Iran ein zuverlässiges Rettungshundewesen entstehen, das im Falle eines Erdbebens schnell zum Einsatz kommen kann.
"Auch wenn es noch einige Hürden gibt, engagieren sich die iranischen Hundeführer aufopfernd für die Rettungshundearbeit in ihrem Land", erklärte Hofmann. Während ihres Aufenthaltes in Deutschland sind die iranischen Gäste zeitweise direkt in deutschen Familien untergebracht und können so das Leben mit dem Hund in der Familie erleben.

Den Austausch leitet und finanziert des Generalsekretariat des DRK in Berlin. Im Jahr 2009 waren schon einmal sechs Hundeführer zu Gast in Deutschland, mittlerweile gibt es über 70 Rettungshundeteams im Iran. Edith Mühlhans führte die Gäste in das Thema Gehorsamstraining ein. Das Endziel der Gehorsamsübungen sei, dass der Hund ohne Lob und Korrekturen die Befehle ausführt.

Die Ausbildung basiere nicht auf reinem Gehorsam - sie gehe über die Motivation. Training dürfe keinen Stress erzeugen. Wirken Sie so wenig wie möglich, aber so viel wie nötig auf das Tier ein, erklärte sie.
Janina Krank führte mit ihrer fünfjährigen Hündin Hella Konzentrationsübungen vor. Auch wie sich ein Hund in der Box verhalten muss, beobachteten die Iraner. Eine bestandene Übung wird mit dem Werfen der Beißwurst - ein Spaß für jeden Hund - beendet.

Zum Schluss erfuhren die iranische Gäste noch etwas über das Longieren, bevor sie sich selbst mit den Hunden ausprobieren durften.
Etwa 30 Hundeführer sind es im Kreisverband Erlangen-Höchstadt und zwei bis drei Mal pro Woche wird trainiert. "Wir haben mindestens einmal in der Woche einen echten Alarm in unserer Region", sagte Thomas Heideloff.