Auftritte in 130 Städten hat er seit August bereits hinter sich. Zwischen Rosenheim und Erlangen stand am späten Donnerstagnachmittag auch ein Besuch auf dem Höchstadter Marktplatz in seinem Tourplan. Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) war mit seinem Kollegen, dem CSU-Bundestagsabgeordneten Stefan Müller, zum Schlussspurt des Wahlkampfs in den Aischgrund gekommen.

Viel Überzeugungsarbeit musste das politische Schwergewicht aus dem Saarland auf dem Kopfsteinpflaster in Höchstadt nicht leisten. Die Gruppe der Zuhörer war überschaubar und die meisten von ihnen kamen ohnehin aus dem Lager der CSU.

Mit einer Portion Humor

Aber dadurch ließ sich Wahlkämpfer Altmaier in seinem Elan nicht bremsen. Er suchte sofort den Dialog mit den Bürgern und packte auch eine gehörige Portion Humor aus. Auf die Frage von Marek Stepanek, was er denn selbst als Umweltminister zum Erhalt der Umwelt beitrage, erklärte Altmaier, er halte viel von der Speicherung von Energie - die fülle er mit Bier und Leberkäse nach. Durch den so erworbenen Körperumfang friere er nicht so schnell und könne zuhause die Heizung herunterdrehen.

Seinen über 2000 Quadratmeter großen Garten habe er in ein Biotop verwandelt, weil er in seinem Ministeramt nicht einmal mehr die Zeit zum Rasenmähen hat. Ernster gemeint war da schon die Aussage, er fahre in Berlin seit 13 Jahren mit dem Fahrrad zur Arbeit.

Wie hält er es mit Lebensmitteln aus der Region? "Wir können nicht ganz Deutschland mit regionalen Produkten versorgen", sagte der Minister mit Blick auf Städte wie Hamburg, Berlin oder München. Dafür müssten die Transportwege CO2-frei, klima- und umweltneutral werden.

Als "Minister zum Anfassen" stellte der parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Fraktion, Müller, seinen Gast vor, der dieses gleiche Amt in der CDU-Fraktion inne hatte. Mit schon leicht angegriffener Stimme warb Altmaier für die Energiewende. "Vor allem die ländlichen Regionen in Bayern haben erkannt, welche Chancen darin stecken", sagte der Minister. Die Politiker müssten nur rechtzeitig mit den Menschen sprechen. Der Staat dürfe nicht von oben entscheiden.

Der ländliche Raum profitiert

Der ländliche Raum verdiene heute mit der Stromproduktion schon gutes Geld, nur müsse die Energie dann auch transportiert werden. Beim Leitungsbau sollten die Bürger frühzeitig eingebunden werden, findet Peter Altmaier. Manchmal müsse man bei den Trassen auf Wünsche der Bürger eingehen, manchmal Kabel auch unter die Erde legen.

Wie es denn jetzt mit der Abstandsregelung beim Bau von Windrädern ist, wollte Georg Schockel wissen. Konkrete Zahlen bekam Schockel allerdings nicht zu hören. Altmaier möchte die Abstandsvorschriften lieber "flexibel handhaben". Derzeit habe man mehr Anträge auf den Bau von Windrädern, als gebraucht werden. Da will er es den Ländern überlassen, mit den Abständen von Windrädern zur Wohnbebauung regulierend einzugreifen.
Altmaier steht hinter dem Ausstieg aus der Atomenergie. "Atomkraftwerke sind ganz schnuckelig, solange sie nicht in die Luft fliegen", sagte der Minister. Er vertraue aber nicht darauf, dass dies nicht mehr passiert. Mit der Energiewende könnten wir beispielsweise den Chinesen zeigen, dass es auch ohne Atomenergie geht.