Für viele Kinder und Jugendliche ist ein Leben ohne Smartphone, Tablet-PC und Facebook kaum noch denkbar. Zu sehr sind mobile Medien mittlerweile in ihrem Alltag integriert. Das Aufwachsen in einer digitalisierten Welt birgt dabei sowohl Chancen als auch Risiken. Deshalb sehen es Schulleitung und Lehrkräfte der Herzogenauracher Realschule als ihre Aufgabe an, die Schüler auf die medialen Anforderungen der Zukunft vorzubereiten.
"Unsere Medienlandschaft wird zunehmend vielfältiger und unübersichtlicher. Um diesen Gegebenheiten kompetent zu begegnen, muss neben dem notwendigen technischen Anwenderwissen auch eine umfassende Kritikfähigkeit vermittelt werden", erklärte Schulleiter Ulrich Langer bei der Eröffnung der Medienkompetenztage.
Schließlich ist die Realschule Herzogenaurach eine "Medienreferenzschule" und will diesen Status noch weiter voranbringen und dabei auch die anderen Schulen unterstützen. "Wir wollen euch auch die Gefahren der medialen Welt aufzeigen", erklärte Langer den versammelten Schülern. So können Erwachsene und insbesondere die Lehrkräfte die Augen nicht verschließen und den Kopf nicht in den Sand stecken. "Ihr sollt kein Spielball für Internet und Facebook sein", bietet die Schule ihre Hilfe an, gleichzeitig dürfen die Medien aber die Schulen nicht dominieren.
Der qualifizierte Umgang mit Medien stellt zunehmend eine Grundvoraussetzung in vielen Berufen dar. Deshalb muss die "Medienbildung im schulischen und außerschulischen Bereich gerade in Bezug auf die digitalen Medien einen besonderen Stellenwert erhalten", ist eine der Forderungen.
Auch die Referenten, Ministerialbeauftragter Johann Seitz, Bürgermeister German Hacker, Ausbildungsleiter Bernhard Schwab, Michael Ping (Intel) und Melanie Rubenbauer von der Jugendmedienkompetenz des Kreisjugendringes, sprachen über die Vorteile der neuen Medien, warnten aber auch vor Missbrauch und die damit verbundenen Folgen.
Schwab machte die Schüler darauf aufmerksam, dass viele Firmen in den sozialen Netzwerken mitlesen, "ihr müsst aufpassen was ihr von euch veröffentlicht, Partybilder und irre Text haben da eigentlich nichts zu suchen", warnte Schwab.
Melanie Rubenbauer fordert vor allem die Erwachsenen und Eltern auf, sich von den Kindern und Jugendlichen die neue Technik erklären zu lassen. Dadurch können sie mit der jungen Generation in einen Dialog treten und möglicherweise manche Dummheit verhindern.

Eltern in der Verantwortung

So wird die Medienerziehung immer mehr in den Vordergrund rücken und damit werden auch die Eltern zu Hause Verantwortung übernehmen müssen. "Überprüfen Sie zu Hause die Mediennnutzung Ihrer Tochter oder Ihres Sohnes im Hinblick auf die dabei investierte Zeit und natürlich auch auf die Inhalte. Lenken Sie Ihr Interesse auch immer wieder auf das Handy Ihres Kindes und fragen Sie nach den dort gespeicherten Dateien (Bilder, Videos). Weisen Sie Ihr Kind darauf hin, dass es zum Beispiel peinliche Fotos (von sich oder anderen) oder beleidigende Nachrichten (sms) nicht weiter verbreiten soll. In bestimmten Fällen ist dies sogar strafbar, da Aufnahmen nur mit Zustimmung der betreffenden Person gemacht oder gar weitergeleitet werden dürfen", ist eine zentrale Forderung an die Eltern.
Damit es erst gar nicht so weit kommt, absolvieren die 5. bis 7. Klassen den "Medienführerschein" und erhalten zum Abschluss eine Urkunde. Dabei werden zwölf Themen behandelt, beginnend von den Gefahren im Netz und Datenschutz über Computerspiele, Nachrichtenwege bis hin zu den Casting-Shows und Sicherheit im Netz sowie Mediale Welten: Schein oder Wirklichkeit. Die Klasse 7e von Verena Schwab befasste sich in der ersten Stunde intensiv mit dem Datenschutz. Aus der Klasse 5e von Sonja Schleicher ist die Schülerin Antonia der Meinung, dass man einer Zeitung mehr glauben kann, als dem Internet. "Da schreibt doch jeder, was er will, eine Zeitung muss recherchieren", ist ihre Meinung.
Während der Medientage befassen sich die Klassen in Workshops mit der Tageszeitung, Medienhelden, Online-Bewerbung, Webdesign und auch mit dem Datenschutz. Der Medienführerschein soll die Jugendlichen auf die Herausforderungen der modernen Gesellschaft vorbereiten.