Der Herzogenauracher Stadtrat hat mit zwei Gegenstimmen die Planung zum Neubau des Rathauses und zum Neubau des Bürgerzentrums auf dem Hubmann-Areal vergeben. "Mit dem heutigen Beschluss wurde ein weiterer wichtiger Schritt vollzogen", kommentierte Bürgermeister German Hacker (SPD) die beiden Vergaben. Der Planungsauftrag für den Neubau des Rathauses ging für rund 937 000 Euro an das Architekturbüro Bär, Stadelmann, Stöcker aus Nürnberg. Das Bürgerzentrum auf dem Hubmann-Areal wird das Münchner Architekturbüro Auer/Weber für rund 665 000 Euro planen.
Der Bürgermeister wies darauf hin, dass es bis zum Baubeginn noch Änderungen geben würde, nicht nur wegen des Aussehens, sondern auch bei der Raumaufteilung. Zur Sitzung lag ein Alternativentwurf auf den Tischen. "Davon wird es dann am Anfang der Planungen sicher noch mehrere geben, und die Geschmacksdiskussionen werden noch sehr spannend werden", erklärte Hacker.
Die Freien Wähler mit Manfred Welker und Christian Schaufler lehnten die Planung des neuen Rathauses ab, "die Kubatur ist zu groß und es hätte andere Möglichkeiten gegeben, so auch einen neuen Standort", begründete Welker die Ablehnung der FW-Fraktion. Konrad Körner (CSU) bezeichnete den Schritt als eine "Jahrhundertentscheidung", denn es werde ein moderner und zukunftsfähiger Bau für die Verwaltung und ein Juwel in der Innenstadt geschaffen. Der CSU-Stadtrat lobte das produktive Verfahren, erinnerte aber auch an weitere Großprojekte. Deswegen sollten die Kosten stets im Auge behalten werden.


Nussel wollte größere Tiefgarage

Peter Prokop (SPD) sprach ebenfalls von einer guten Entscheidung. Endlich sei damit auch die Diskussion um Sanierung oder Abriss beendet und die Voruntersuchungen hätten sich gelohnt. Walter Nussel (CSU) sprach die Freien Wähler direkt an und konnte deren Entscheidung nicht verstehen, schließlich habe der Stadtrat eine Verantwortung, und deshalb sei die Entscheidung auch richtig.
Der CSU-Stadtrat hätte sich gewünscht, dass die Tiefgarage des Bürgerzentrums bis unter das neue Rathaus reicht. "Der Bürgermeister will das leider nicht", bedauerte Nussel.
Bürgermeister Hacker zeigte Verständnis für die unterschiedlichen Meinungen und Ansichten. Es sei wichtig, dass eine Entscheidung getroffen wurde, und er sagte voraus, dass es noch viele Diskussionen geben wird. "Ein Rathaus gehört in die Mitte", erklärte das Stadtoberhaupt und wies auch die leichte Kritik von Konrad Körner zurück, "man habe den Eindruck, dieses große Projekt laufe nebenbei".
Die Verwaltungsmitarbeiter seien die Leidtragenden, schließlich müsse während der Bauzeit die gesamte Verwaltung ausgelagert werden. "Im Jahr 2021 ist es vorbei", hofft und wünscht sich der Bürgermeister.