Walter Drebinger war schon ein bisschen aufgeregt. Wie kann es sein, fragte er sich und teilte diese Zweifel auch dem FT mit, dass die CSU ein Plakat abhängen muss, die SPD aber just an der gleichen Stelle eins anbringen darf? Es kann doch nicht sein, entrüstete sich der Stadtrat, dass der Bürgermeister, dessen Konterfei das rote Plakat ziert, das duldet oder gar selber angeordnet hat.

Kann auch nicht sein, bestätigte Gerhard Höfler. Er ist Verwaltungsleiter im Rathaus und war von der CSU über den Zwischenfall in Kenntnis gesetzt worden. Höfler hält es aber für unwahrscheinlich, dass Bürgermeister German Hacker überhaupt von dem neuen Plakat wusste.

Was war geschehen? Am Eingang zum Schlosshof, vom Hubmann-Parkplatz her, brachte die CSU vor ungefähr zwei Wochen ein Wahlkampfplakat an. Da war noch ein freier Verkehrsständer, im Rasen direkt vor dem Rathaus. Ein guter Platz. Aber irgendwie auch nicht, denn prompt kam ein Anruf aus der Stadtverwaltung. Die Partei wurde angewiesen, die Wahlwerbung zu entfernen. Es dürfe dort nicht stehen bleiben. Verwaltungsleiter Gerhard Höfler bestätigte das der CSU auch.

"Also nahmen wir es wieder ab", sagte Drebinger. Allerdings, so ergänzte er, habe man Höfler ein Zugeständnis abgerungen. Ein gegenüberliegendes Verkehrsschild, direkt am Fußweg zum Steinweg hinter dem Schloss entlang, durfte genutzt werden. Seitdem hängt die CSU-Mannschaft dort, der alte Platz aber blieb frei. Bis jetzt zumindest. Denn nun wurde dort der SPD-Bürgermeisterkandidat angebracht. Und das rief den besagten Unmut der CSU hervor.

Aber auch das SPD-Wahlplakat sollte nicht lange hängen. "Das muss wieder weg", sagte Höfler. "Die SPD ist schon informiert." Denn für alle gelten die gleichen Regeln. Auf Grünanlagen sind Wahlplakate nicht erlaubt. Und das ausgewählte Schild stehe nun mal in einer Grünlage. Das andere hingegen am Fußweg, also auf einer Verkehrsfläche, erklärte der Verwaltungsleiter. Und das ist ok. Also: Die CSU darf drüben hängen bleiben, die SPD muss herüben wieder weg.

Außergewöhnlich sei das alles nicht, sagt Höfler. Im Stadtgebiet habe man so etwas öfters. Und so kann man die Episode getrost als nette Randgeschichte abhaken. Auch wenn die Trennung zwischen Grünanlage und Verkehrsfläche in diesem Fall schon etwas streng ausgelegt wirken mag.