Der "Neue" heißt Tobias Kopseel, ist 38 Jahre alt und verheiratet, hat zwei Söhne (drei und acht Jahre) und wird ab dem heutigen 1. Mai ein halbes Jahr lang die Leitung der Polizeiinspektion Herzogenaurach übernehmen. Für den Polizeioberkommissar ist dies eine abschließende Tätigkeit auf dem Weg, sich für die QE 4 zu qualifizieren. Damit ist im Polizeideutsch der Übertritt in den höheren Dienst gemeint. In Herzogenaurach geht es für den Wendelsteiner um eine Führungs-Bewährung. Er muss sich also als Chef beweisen.

Gleichzeitig wird Erster Polizeihauptkommissar Norbert Hacker seinen Stuhl als Inspektionsleiter räumen - auch das ist auf ein halbes Jahr befristet. Ihn rufen Aufgaben nach Nürnberg, wo er in der Inspektion Mitte vorübergehend stellvertretender Leiter und Chef für den Einsatz wird. In der größten Dienststelle Bayerns (280 Mitarbeiter) geht es für Hacker da hauptsächlich um die Koordinierung der Einsätze bei Demonstrationen und Großveranstaltungen. Und die sind ja rund um die Lorenzkirche keine Seltenheit. Heute, bei der DGB-Kundgebung zum Tag der Arbeit, ist der offizielle Auftakt seiner Tätigkeit.

Für Tobias Kopseel, der nach der Ausbildung beim USK (heute: Ergänzungszug) anfing und dort lange Jahre beschäftigt war, ist das halbe Jahr gewissermaßen der Abschluss eines so genannten Umlaufverfahrens. Fünf Mal ein halbes Jahr lang müssen unterschiedliche Stellen durchlaufen werden. Für den Familienvater begann das beim Einsatzzug in Erlangen, dann folgte der Abschnitt West beim Polizeipräsidium Mittelfranken in Nürnberg. Im dritten Halbjahr war Kopseel dann Dienststellenleiter in Weißenburg und zuletzt bei der Kripo im Fachdezernat aktiv. Und jetzt folgen sechs Monate in Herzogenaurach.

Kopseels Ziel ist es, im Herbst 2016 ein zweijähriges Studium an der Polizeihochschule zu beginnen. Nach dessen Abschluss lockt der Titel Polizeirat. Doch zuvor steht noch das Assessment-Center. Und das sei eine richtig harte Prüfung, wie Norbert Hacker feststellt, ohne dem Kollegen den Mut nehmen zu wollen. Er hat auch Lob für den Nachfolger auf Zeit parat. Nicht Jeder schaffe den Weg durch das Verfahren bis hierher, sagte er, und: "Nur die Besten kommen nach Herzogenaurach."

In Herzogenaurach hat der "Neue" erst einmal Kontakt zu den Mitarbeitern aufgenommen und auch mit Partnern aus dem öffentlichen Leben gesprochen.