Eine richtige Karpfenpartie gab es kürzlich in Schwarzenbach. Doch weder Verein noch Gastwirt waren die Veranstalter: Carmen Gugel richtete "das Fest" aus, und sie hatte dafür auch einen ganz besonderen Grund.

Die 23-Jährige will Hauswirtschaftsmeisterin werden und steht gerade mitten in der Abschlussprüfung. Für die Prüfung muss sie eine halbjährige Projektarbeit vorlegen.

Carmen, gebürtig ist sie aus Fetzelhofen, ist mit Thomas Gugel aus Schwarzenbach verheiratet. Zu seinem Nebenerwerbshof gehört auch ein Karpfenweiher. Während bisher der Weiher abgefischt und die Karpfen direkt an den Händler verkauft wurden, hatte Carmen jetzt die Idee mit dem Fischfest. Obwohl sie mit Karpfen bisher wenig zu tun hatte. Sie wusste weder, wie man sie hält, noch, wie sie zubereitet werden. Doch das sollte sich für die Mutter des eineinhalbjährigen Jakob schnell ändern.

Zum Schlachten der Karpfen hat Carmen Gugel Freunde engagiert. In der Küche hatte sie Unterstützung von Mutter und Tanten. Das nötige Know-how für die Zubereitung holte sich Carmen zum einen von der Schwiegermutter, aber auch aus Kochbüchern.

Denn es standen außergewöhnliche Gerichte auf der Speisenkarte. Als Vorspeise etwa ein selbst gebeizter Karpfensalat, also roher Fisch mit Paprika angemacht, und eine Karpfensuppe mit Karpfenklößchen.

Als Hauptgerichte bot Carmen neben den Klassikern Karpfen gebacken und pfefferscharf auch gebackenes Filet, Karpfencrunchies und Filet auf Gemüse mit Sekt-Senf-Soße. Dazu gab es Kartoffel- und Endiviensalat.

Damit alles seine Ordnung hat, besorgte sich die gelernte Hotelfachfrau eine Gaststättenerlaubnis. Ort der Veranstaltung war das örtliche Feuerwehrhaus. Mit einer Anzeige machte sie auf ihr Fischfest aufmerksam. "Bereits 75 Gäste hatten sich im Voraus angemeldet", sagt Gugel. Sie bekennt: "Mit einem solchen Ansturm hatte ich nicht gerechnet." Glück war, dass die Sonne vom Himmel lachte. Denn so konnte auch noch der Platz vor dem Feuerwehrhaus bestuhlt werden.

Letztendlich gingen 96 Hauptgerichte an den Mann, wobei ein Großteil der Gäste aus Schwarzenbach selbst und den umliegenden Orten kam.

Ob sie ein solches Fest nochmal wiederholen will, ist sich Carmen Gugel noch nicht sicher. Jetzt ist es erstmal ihre Aufgabe, aus der Karpfenpartie eine Dokumentation für die Prüfung anzufertigen. Bis April hat sie Zeit dafür, und danach darf sie sich höchstwahrscheinlich Hauswirtschaftsmeisterin nennen.