Das Personal im Höchstadter Rathaus macht derzeit eine Durststrecke durch. Pensionierungen und Krankheitsfälle haben Lücken aufgerissen, die auf die Schnelle nicht zu schließen sind. "Wir sind im Umbruch", sagt dazu Bürgermeister Gerald Brehm (JL). Er hat ohnehin schon länger vor, den Personalbestand im Rathaus umzustrukturieren.

Beim Kommunalen Prüfungsverband hat die Stadt ein Organisationsgutachten in Auftrag gegeben, das kurz vor dem Abschluss steht und dessen Ergebnis sich langsam abzeichnet. Ziel wird sein, dass die 35 bis 40 Mitarbeiter in der Verwaltung vier großen Abteilungen zugeordnet werden.

Der Bürgermeister sieht in besonderen Herausforderungen auch eine Chance. Die Stelle seines pensionierten Verwaltungschefs soll es in der Form nicht mehr geben. Seit Wochen erkrankte, bewährte Mitarbeiter in Führungspositionen will und kann er nicht ersetzen - auch nicht vorübergehend. Brehm: "Auf eine befristete Stelle kommt niemand mit der erforderlichen Qualifikation."


Bitte um Verständnis

Die Höchstadter Bürger bittet das Stadtoberhaupt um Verständnis für die aktuellen Krankheitsfälle und dafür, wenn derzeit in einzelnen Fällen in der Verwaltung nicht sofort alles so läuft, wie es sollte.

Bedanken möchte sich Brehm bei allen Mitarbeitern im Rathaus, die diese Durststrecke mitmachen müssen. Auch er selbst habe sich in den letzten Wochen "stark in die Sachbearbeitung integriert". Bis Weihnachten soll allerdings wieder alles im Lot sein.

Beim Personalstand liege die Stadt Höchstadt leicht über den Vorgaben des Prüfungsverbandes. Trotzdem möchte Brehm lieber noch eine Kraft mehr beschäftigen und die Mitarbeiter auch in den neuen Strukturen gut und tarifgerecht bezahlen.

Zum 1. Januar 2017 soll das Konzept stehen. Dann müsse man sich auch räumlich neu orientieren. Das Ziel sind vier Abteilungen. So sollen das technische Bauamt und die Bauleitplanung künftig eine Einheit werden. Dazu gehören auch die Bereiche Bauhof, Wasser und Abwasser. Kämmerei und Finanzwesen werden eine weitere Abteilung bilden. Die sei bereits personell gut aufgestellt - mit Zukunftsperspektiven.

Zur Abteilung Kultur zählen Kulturzentrum, Volkshochschule und Musikschule. Auch diesen Bereich sieht Brehm personell gut aufgestellt, wenn auch hier der Ausfall eines leitenden Mitarbeiters überbrückt werden müsse.

Neu orientieren werde sich die Abteilung Bürgerbüro und Service. Hier werden die Aufgaben des ausgeschiedenen Verwaltungschefs neu verteilt.

Grundsätzlich müsse man sich in der Stadtverwaltung nicht nur Gedanken über Räumlichkeiten machen, sondern auch in der Personalpolitik daran denken, dass in der Führungsebene auch schon ein gewisses Altersniveau erreicht ist, gibt Brehm zu bedenken.

Eine Veränderung wird es auch beim Stadtmarketing geben, das Sandra Schuster in den vergangenen vier Jahren vorangetrieben hat. Brehm hat Verständnis für ihren Wunsch, in eine Festanstellung in einer anderen Branche zu wechseln. Ihre vom Karpfenland Aischgrund und der Städtebauförderung finanzierte Stelle war immer nur befristet gewesen.