Wenn der 1.März gekommen ist, dann wird auch für die Herzogenauracher Autofahrer eine neue Zeit anbrechen. Alle Parkplatzsuchenden werden sich dann umstellen dürfen auf ein neues Konzept. Denn in seiner letzten Sitzung hat der Stadtrat die Änderung der Parkgebührenverordnung beschlossen.

Größte Neuerung: Es wird künftig ein Tagesticket geben. Dieses gilt für die öffentlichen Stellflächen auf dem Großparkplatz an der Schütt und auf dem Parkplatz "Aurachwiesen". Kostenpunkt: drei Euro. Damit entfallen die bisherigen kostenfreien Plätze. Des Weiteren wird ein Wochenparkschein eingeführt, für den der Autofahrer 15 Euro zahlen muss. Und der Vier-Wochen-Schein kostet schließlich auf den genannten Parkplätzen 35 Euro.

Einen Tagesparkschein gab es bislang nicht. Die längste Dauer waren fünfeinhalb Stunden für vier Euro. Darauf wies in der Stadtratssitzung Bernhard Schwab (CSU) hin. Er sah in der jetzigen Verbilligung auch eine "riesen Gefahr". Bekanntlich seien die Parkpklätze bei den großen Firmen, also "bei uns", wie es der Schaeffler-Angestellte formulierte, sehr knapp. Drei Euro seien sehr verlockend, ergänzte Schwab. Die gebührenfreien Parkflächen seien schon immer voll gewesen. Das dürften die billigen Tagesscheine jetzt auch zur Folge haben.


50 Stellplätze mehr

Bürgermeister German Hacker (SPD) bezeichnete die Bedenken identisch zur Beratung im Bauausschuss. Das gelte übrigens auch für die anderen Zeittickets. 35 Euro für vier Wochen - das verlocke wirklich. Als entschärfend wertete Hacker aber die Tatsache, dass man durch den Bau des Parkdecks ja 50 Stellplätze mehr bekomme als vorher. "Wir müssen uns die Entwicklung anschauen", sagte der Bürgermeister. Wichtig sei, zu beobachten, wie sich die Neuerung einführt. "Wir sollten dem System ein Jahr Zeit geben", sagte Hacker. "Es sei denn, es ist schon am Anfang rammelvoll." Wenn es nicht läuft, sollte man vielleicht auch wieder über ganz kostenfreie Plätze nachdenken, deren Zahl dann aber weitaus geringer sein müsste.

Mit drei Euro für das Tagesticket liegt Herzogenaurach deutlich günstiger als beispielsweise Erlangen. Auf dem dortigen Großparkplatz müsse man vier Euro zahlen. Peter Prokop (SPD) führte an, dass eine Monatskarte für den Öffentlichen Nahverkehr günstiger sei. Vielleicht überlege sich mancher den Umstieg. Manfred Welker (Freie Wähler) sagte, dass die sogenannte Bäckertaste, also eine halbe Stunde freies Parken, wichtig für die Frequenz in der Innenstadt sei. Dieses Angebot gibt es auch weiterhin.

Alle Tickets werden ab 1. März sowohl am Parkscheinautomaten als auch per "Handyparken" verfügbar sein, ergänzte Bürgermeister Hacker.