Es war am Samstagabend ein eher ungewöhnliches Bild: Vom Torbogen zum Schlosshof bis zu Spielwaren Ellwanger reichte die Besucherschlange. Aus dem Schlosshof klangen italienische Klänge und am Eingang wies ein großes Schild darauf hin, dass die Vorstellung des Films "Honig im Topf" von Till Schweiger ausverkauft sei.

Dementsprechend zufrieden war die Miene bei Franzi Sammet vom Mobilen Kino, die zwischen Einlass und Schlosshof hin und her eilte und Ausschau nach freien Stühlen hielt. "Dieser Film ist absolut spitzenmäßig, Darsteller, Handlung, Landschaft und Gefühle pur. Ob Weinen oder Lachen, das sind 139 Minuten spannende Minuten, der Film läuft überall hervorragend", meinte Franzi Sammet und freute sich über einen ausverkauften Schlosshof.

Über die in den Schlosshof strömende Besucherschar freute sich auch insbesondere Helmut Biehler vom Amt für Stadtmarketing und Kultur. Er begrüßte die zahlreichen Besucher auf Italienisch und wünschte, passend zum nahezu einstündigen Vorprogramm mit italienischer Musik und Liedern, eine "schöne und laue italienische Sommernacht".

Passend zum Film informierte Friedrich Speth vom Seniorenbüro kurz über die Demenzkrankheit. "Die beginnt schon Jahre bevor Sie es überhaupt merken", sagte er und lud Interessierte ins Foyer des Rathauses ein. Dort referierte Speth über das Thema weiter. "Ist es Vergesslichkeit oder beginnende Demenz?" fragte er selbst und beantwortete die Fragen der Teilnehmer.

Die Besucher waren hauptsächlich wegen des Films gekommen und Franzi Sammet sorgte dafür, dass auch die letzte Lücke im Schlosshof besetzt wurde. Die ersten Besucher durften es sich im Liegestuhl bequem machen, genossen ein Eis der benachbarten Eisdiele oder ließen sich das Popcorn schmecken, das die Maschine unablässig produzierte.

"Wunderbare Atmosphäre"

Daniela Goßen und Monika Klamt aus Neustadt holten sich in der "HerzoBar" einen "Zombie" und nahmen unter dem Pavillon Platz. "Das ist fast wie Urlaub", meinte Monika Klamt, die beiden Freundinnen waren das erste Mal bei einer Vorstellung, aber bestimmt nicht das letzte Mal, sie waren wegen des Films gekommen. "Das ist eine wunderbare Atmosphäre, ich werden in jedem Fall wieder kommen", meinte Daniela Goßen und blätterte das Programmheft durch.

Wegen des Films waren auch Elke und Dieter Seyb aus Großenseebach gekommen". Diesen Film wollte ich schon lange mal sehen und hier ist es schöner als im Kino", meinte die Großenseebacherin. Johannes Decker fand den Film am Ende als sehr emotional und sensationell, wie ganze Dramatik der Erkrankung verpackt wurde. So die Hilfslosigkeit der Angehörigen und die Leichtigkeit eines Kindes. Seine Begleiterin meinte nach der Vorstellung: "Ein sehr emotionaler Film, ich fand ihn super und musste mir sehr viele Tränen verdrücken."
Wer sich auf diesen Film einlässt und voll eintaucht, kommt um eine Packung Tempos nicht herum. Dabei werden die Lachtränen von den Weintränen eingeholt und wieder umgekehrt.

"Honig im Kopf" ist eine deutsche Tragikomödie von Til Schweiger aus dem Jahr 2014. Schweiger spielte eine der Hauptrollen, führte Regie und schrieb zusammen mit Hilly Martinek das Drehbuch.

Zum Inhalt: Die elfjährige Tilda Emma Schweiger) hat ihren Großvater Amandus (Dieter Hallervorden) schon immer ganz besonders lieb gehabt. Doch das humorvolle, geschätzte Familienoberhaupt wird zunehmend vergesslich und kommt mit dem alltäglichen Leben im Hause der Familie nicht mehr alleine klar. Als Niko (Till Schweiger), Tildas Vater, beschließt, dass es besser wäre, wenn Amandus in einem Pflegeheim lebt, will sich Tilda damit auf keinen Fall abfinden. Kurzerhand entführt sie ihren Großvater auf eine erlebnisreiche und unvergessliche Reise, um ihm seinen größten Wunsch zu erfüllen: Noch einmal Venedig sehen! Es ist unmöglich, beim Anblick Emma Schweigers als Tilda nicht berührt zu sein.

Wie in jedem gelungenen Road-Movie sind auch hier die einzelnen Stationen gekonnt in Szene gesetzt, die Landschaften werden in wunderschönen Bildern eingefangen, gerade Venedig erscheint wie ein Bildertraum, der für Opa und Enkelin endlich wahr geworden ist. "Honig im Kopf" ist charmantes Familienkino mit viel Gefühl.