Ohrfeigen, oder auf gut Fränkisch "Watsch'n", werden genügend ausgeteilt und der Name "Alexander" sorgt für Verwirrungen und es können nur sogenannte "g´schlamperte Verhältnisse" der unterschiedlichsten Art herauskommen. Dazu kommen ein Raubüberfall, tieffliegende Teller und auch noch Fesselspielchen, das alles kann nur zu einem totalen Chaos führen.

Die Niederndorfer Theatergruppe probt derzeit das Theaterstück im Saal der ehemalige Gaststätte Winkelmann (jetzt Bella Tandoori)"Die überfüllte WG" von Wolfgang Bräutigam. Dabei legt Regisseur Jürgen Klostermeyer Wert auf Perfektion und sprintet schon mal zur Bühne, weil der oder die Darstellerin nicht publikumswirksam steht oder er lässt die Szene wiederholen. "Ja, ein bisschen streng ist er schon, das ist aber auch gut so, schließlich wollen wir uns bei den Aufführungen nicht blamieren", meinte Marina Napetschnig zwischen zwei Szenen. Die jährlichen Erfolge der Niederndorfer Theatergruppe sind neben den schauspielerischen Fähigkeiten der Darsteller auch Klostermeyer zu verdanken, dem aber im Grunde klassische Stücke am Herzen liegen. Das ist auch einer der Gründe warum Klostermeyer hohe Anforderungen an die Theatergruppe stellt, schließlich war er über Jahre bei den Klosterhofspielen in Langenzenn aktiv.

Die Theatergruppe will aber keinesfalls das "Fränkische" vernachlässigen und nach dem großartigen Erfolg von "Wer nicht wirbt, der stirbt" wurde kurzerhand wieder eine fränkische Komödie ausgesucht. Was Marina Napetschnik besonders freut - sie spielt im Stück eine eifersüchtige Ehefrau - ist die Tatsache, dass sich auch junge Leute dem Ensemble anschließen. "Wir werden auch nicht jünger und ich möchte schon, dass unser Ensemble auch weiterhin besteht", meinte sie und zeigte sich dankbar, dass die Darsteller an den Probentagen ihre eigenen Termine hintenanstellen.

In der Komödie leben der Buchhalter Reinhard Kraus (Norbert Meier), der "etwas lauwarme" Friseur Werner Theiß (Andi Mauser) und die Bauzeichnerin Evelyn Wimmer (Michaela Eichler) in einer bunten Wohngemeinschaft unter einem Dach mit der geschäftstüchtigen Hausmeisterin Olga Sauber (Annemarie Specht).

Denn eigentlich kann man die Wohngemeinschaft als überfüllte WG bezeichnen. Dies ändert sich aber sehr schnell, als sich alle Mitbewohner in den Urlaub und einem Kongress verabschieden, aber jeder einzelne will sich heimlich in der vermeintlich leeren Wohnung mit Eltern, Freund oder einer Internet-Bekanntschaft treffen. Da auch die Hausmeisterin die "leere" Wohnung für ein Treffen nutzt, kommt es nicht nur zu interessanten Begegnungen, sondern auch zum Chaos, zumal die wenigsten Personen miteinander bekannt sind. Da sind Missverständnisse, Schwindeleien und Eifersucht und auch manche Watsch´n vorprogrammiert, weil auch immer wieder die Falschen aufeinander treffen. Zudem kommt noch ein weiterer Überraschungsgast und die Knoten werden noch verwirrter.

Ob sich alle Knoten wirklich lösen, alle Irrtümer aufklären und die Richtigen zueinander finden, stellt sich aber erst am Schluss heraus.

Premiere ist am kommenden Freitag, 21. November um 19.30 Uhr. Weitere Vorstellungen am Samstag, 22. November, Freitag, 29. November und am Samstag 29. November, jeweils um 19.30 Uhr. Weitere Vorstellungen sind am Sonntag, 23. November rund Sonntag, 30 November, jeweils um 18 Uhr.