Die Arbeiten am Turm der Herzogenauracher Stadtpfarrkirche laufen. Zum Einen muss die Fassade saniert werden, zum anderen wird ein neuer Glockenstuhl eingebaut.

Auf dem Gerüst ist Wolfgang Zöttlein von der Firma Peter Fröhlich aus Baunach damit beschäftigt, an der Fassade Muster für die Sanierung vorzubereiten. Da die Westfassade der Witterung stark ausgesetzt ist, hat der Zahn der Zeit daran genagt.

Daher muss Zöttlein lockeres Fugenmaterial entfernen und Fehlstellen der Sandsteine mit Steinergänzungsmasse ausbessern. Anhand dieser Musterachsen wird dann über die weitere Vorgehensweise entschieden. Ausgebessert werden muss auch der Ortgang, wie Zöttlein bei fachmännischer Betrachtung feststellt.
Da sich außerdem Verschiebungen in der Fassade gebildet haben, müssen diese in einem weiteren Arbeitsgang verpresst werden.

Einige Stockwerke höher

Dafür wird aber ein eigener Spezialist kommen, um diese Arbeiten auszuführen. Einige Stockwerke höher sind Alexander Jähna und Thomas Hollering von der Bayreuther Turmuhrenfabrik damit beschäftigt, den Glockenstuhl aus Stahlteilen im Turm zu demontieren.

Die beiden größeren Glocken waren bereits am 5. Oktober 2012 aus dem Turm heruntergeholt worden. Wie inzwischen festgestellt wurde, müssen die zwei kleineren aber nicht mehr aus dem Turm geholt werden. Jähna und Hollering haben die Glocken vielmehr mit Schwerlastgurten im Dachstuhl des Turms aufgehängt.

"Der neue Glockenstuhl wird dann um die Glocken herum gebaut werden, und die Glocken dann eingefügt", erklärt Jähna. Diese Arbeiten waren nötig geworden, weil vor rund fünf Jahrzehnten die Konstrukteure der Meinung waren, ein Glockenstuhl aus Stahl sei das Optimale. Inzwischen hat sich aber herausgestellt, dass dem nicht so ist. Stahl rostet, und bei starker Rostentwicklung können sogar Schrauben oder Nieten abgesprengt werden, weiß Jähna. Diese Gefahr besteht vor allem an den Fußpunkten.

Die Schwingungen der Glocken

Inzwischen ist man wieder dazu übergegangen, Glockenstühle aus Hartholz herzustellen. Denn viele derartige Glockenstühle aus Holz haben Jahrhunderte überdauert und sind auch heute noch in Betrieb.

Ein hölzerner Glockenstuhl hat neben seiner langen Lebensdauer noch einen weiteren Vorteil. Da er nicht völlig starr ist, federt er die Schwingungen der Glocken besser ab und überträgt sie nicht so stark auf den Turm. Dadurch ist dessen Stabilität besser gewährleistet.

Die Demontage im engen Turm fällt Jähna und Hollering nicht schwer. Zunächst müssen die Schrauben gelöst und die Stahlprofile Teil für Teil von Hand herabgelassen werden. Zu allem Überfluss ist der Aufzug am Gerüst zurzeit nicht in Betrieb, sodass mit dem Abtransport noch etwas gewartet werden muss.