Noch ist der Stall leer! Das neugeborene Kind als Mittelpunkt des weihnachtlichen Geschehens fehlt noch in der Krippe. Jetzt im Advent, der Zeit der Erwartung, wäre die Darstellung der Geburt Jesu auch viel zu früh. Deshalb machen sich in der Gremsdorfer Kirche Sankt Ägidius derzeit Maria und Josef auf die Herbergsuche. Wie das Ganze ausgeht, überliefert uns der Evangelist Lukas: Maria und Josef finden keine Bleibe und müssen mit einem Stall vorlieb nehmen, um dort dem Kind in der Krippe seine erste Schlafstatt zu bereiten.

Die biblischen Szenen können jetzt an einer neuen Krippe der Gremsdorfer Kirche nachempfunden werden. Zur Zeit die Herbergsuche, zum Christfest dann die Geburt im Stall, danach die Verehrung durch die heiligen drei Könige und schließlich noch die Flucht nach Ägypten. Die Krippe wird also noch lange nach Weihnachten zu besichtigen sein.

Gebaut hat sie Wolfgang Walter aus Krausenbechhofen. Seit fast einem Jahr bastelt und werkelt er in seiner Freizeit an der Gremsdorfer Krippe. Rund 250 Stunden Arbeit hat er wohl in das Werk investiert. Walter ist Mitglied bei den Krippenfreunden Herzogenaurach. Seit er 2004 einen Krippenbaukurs besucht hat, hat er schon viele Krippen hergestellt. Dass er das mit viel Liebe macht, zeigen die aufwendigen Details.

Die Herberge und ein weiteres Haus hat er aus Styropor gefertigt. Stein für Stein hat er aus dem Material die Einfassungen für Fenster und Türen geschnitzt. Die Pflastersteine hat er aus Gips gegossen. Überhaupt ist alles Handarbeit, auch die Palmen und Zypressen. Die allerdings sind das Werk seiner Herzogenauracher Krippen freunde.

Einen Vormittag lang hat es gedauert, bis die Krippe zu Hause in Krausenbechhofen abgebaut, für den Transport zerlegt und in der Kirche wieder aufgebaut war. Beim Aufbau legte Walters Ehefrau Annette mit Hand an. Auch eine Handvoll Krausenbechhofener Ortsbewohner ließen es sich nicht nehmen, bei der Krippen-Premiere dabei zu sein. Denn sie, genauer gesagt die Dorfgemeinschaft Krausenbechhofen, haben das Geld für das Material gespendet. Aus dem Erlös ihres Brunnenfestes, das seit der Gründung der Dorfgemeinschaft alljährlich gefeiert wird.

Viel gibt es an der Krippe zu bestaunen: Im Mittelpunkt steht der schlichte Stall aus Naturmaterialien. Etwas entfernt davon findet man schon die Hirten auf dem Feld. Kamele und Schafe beleben die Landschaft. Mit sehr viel Fantasie hat Walter die Herberge im Vordergrund gestaltet. Eine Laterne erhellt den Vorplatz. Unter einer echt wirkenden Pergola mit Weinranken steht ein Tisch mit allerlei Geschirr darauf. Die Zecher haben offensichtlich gerade den Platz verlassen. Der Wirt blickt den Herbergsuchenden bereits entgegen.

Die Figuren stammen von der alten Gremsdorfer Krippe. Die stand zwar am gleichen Platz in der Kirche, war aber viel schlichter und kleiner. Die heute 74-jährige Elisabeth Langer erinnert sich: "Seit ich denken kann, waren die Figuren schon in der Krippe."

Da leuchten beim Betrachten nicht nur Kinderaugen. Bürgermeister Waldemar Kleetz (CSU) war ebenso begeistert wie seine kleine Enkelin Aurelia: "Die Krippe übersteigt alle meine Erwartungen!" Ganz besonders freuten sich auch Dekan Kilian Kemmer und Paul Schmitt von der Kirchenverwaltung über die Krippe, die der Pfarrei Gremsdorf zum Geschenk gemacht wurde.