Die Fortschreibung des Plans zur Entwicklung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) im Landkreis Erlangen-Höchstadt hat Auswirkungen auf den Markt Weisendorf. Am Waldfriedhof muss ein Buswendeplatz gebaut werden. Darüber beriet der Marktgemeinderat in seiner Sitzung am Montag.
Der Kreistag beschloss die Bildung von Linien und will damit bei der europaweiten Ausschreibung Synergieeffekte nutzen und Kosten reduzieren. Die Linie 202 wird im Linienbündel 2 (mit Verkehrsverbund Großraum Nürnberg, VGN) europaweit ausgeschrieben und geht wohl im April 2017 in Betrieb.

Über Reuth nach Großenseebach

Die neue Buslinie (202.2) geht künftig von Rezelsdorf über den Reuther Weg, Reuth, Reiners dorf und Kairlindach nach Großenseebach. Wie am Waldfriedhof in Weisendorf entsteht auch in Großenseebach eine Umsteigemöglichkeit in die Linie 201.1.
Die neue Linienführung macht östlich des Parkplatzes am Waldfriedhof eine Buswendeanlage mit Haltestellen auf beiden Seiten nötig. Die Kosten muss der Markt tragen. Einen Plan dafür gibt es schon. Am Waldfriedhof endet derzeit auch der Rad- und Fußweg; im Juli 2014 hat der Marktgemeinderat dessen Verlängerung bis Reuth beschlossen. Deshalb schlug Bürgermeister Heinrich Süß (UWG) vor, die Maßnahmen zusammenzufassen und den Ingenieurvertrag zu ergänzen. Hierzu legte er eine Vereinbarung vor, in der die Gesamtbaukosten von 150 000 Euro auf 350 000 Euro angepasst wurden.
Christiane Kolbet von den Grünen wunderte sich über die Planung, denn die Fahrzeit werde dadurch um rund neun Minuten verlängert, und Weisendorf verfügt dann insgesamt über neun Bushaltestellen. Dies würde nicht gerade zu einer Steigerung der Attraktivität des ÖPNV beitragen, der eigentlich schneller werden sollte.
Karl-Heinz Hertlein (CSU) wollte eigentlich nicht diskutieren und warf Kolbet "Stimmungsmache" vor, denn wider besseren Wissens habe sie nicht alle Fakten des Kreistagsbeschlusses erzählt. Weisendorf habe schon früher eine Verlängerung der Linie bis zum Friedhof gewollt, und es fahre nach dem Fahrplan nicht jeder Bus die Wendeschleife an. Außerdem sollen künftig auch Schnellbusse eingesetzt werden, die nicht zum Friedhof fahren, sondern direkt nach Erlangen.
Nach kurzer Diskussion wurde der Bürgermeister beauftragt, die Vereinbarungen abzuschließen.