Es ist ein idyllisch gelegenes Grundstück, mitten im Wald, eigentlich perfekt für einen Biergarten. Als solches diente das märchenhaft als "Rosengarten" bezeichnete Areal auch ein paar Jahre lang. Doch dann kam die Insolvenz des Herzogenauracher Altstadtbäckers Ernst Neudecker, und mit dem Haus in der Hauptstraße verlor er auch das Grundstück in Beutelsdorf.

Doch das ist überstanden, nach seinem Wohn- und Geschäftshaus hat auch der von seiner Frau Pauline betriebene "Rosengarten" jetzt einen neuen Eigentümer gefunden. Und der kommt aus der Familie, worüber Ernst Neudecker sehr froh ist.

Erholung im Wald

Sein Sohn Klaus hat das Grundstück erworben. Der 46-jährige Unternehmer, der in Herzogenaurach wohnt, wollte das Gelände sichern. Zunächst, so sagte er im FT-Gespräch, werde es ausschließlich privat genutzt. Gleichsam als Wochenendgrundstück für die Familie.

Neudecker ist Geschäftsleiter der Matratzenfabrik Rummel aus Neustadt/Aisch, die 130 Mitarbeiter beschäftigt und den Fachhandel beliefert. Er hat drei Kinder, und die freuen sich auch, wenn sie Opa Ernst dort draußen treffen dürfen.

Fällt der Rosengarten für die Öffentlichkeit also in einen Dornröschenschlaf? Das müsse nicht zwingend sein, erläutert der neue Eigentümer. "Es ist ein wunderbares Areal und Naherholungsgebiet", schwärmt Neudecker. "Es ist eingezäunt, liegt mitten im Wald und ist gerade für Kinder ideal." Und: Ein richtiger Gastronom könnte dort sicherlich etwas daraus machen.

Eilig habe er es aber nicht mit einer Veränderung, ergänzt Klaus Neudecker. Heuer werde es definitiv dort keine Bewirtschaftung geben. Aber sicherlich werde er auch Gespräche mit möglichen Interessenten führen. Auszuschließen sei ein Biergarten in der Zukunft jedenfalls nicht. Aber ohne ein vernünftiges Konzept werde nichts geschehen. Ohne ein solches wäre ein gastronomischer Betrieb ja auch nicht wirtschaftlich zu führen. "Ein paar Bierbänke aufzustellen, genügt nicht", sagt er.

Der Pavillon wurde gestohlen

Für seinen Vater Ernst freut es den Sohn aus erster Ehe, dass er das Gelände erworben hat. Der 75-Jährige ist auch oft draußen anzutreffen, macht sauber, schaut nach dem Rechten. "Den Pavillon hat jemand gestohlen", ärgert sich Ernst. Mit dem Kran müssen sie angerückt sein, um das mit Rosen eingerahmte Holzgebilde abzutransportieren. Es war gewissermaßen das Symbol des Gartens.

Ernst Neudecker hat seinen Frieden gemacht mit der Situation. Wenn man eine Insolvenz durchleben muss, seinen Besitz verliert, einschließlich des Geburtshauses, dann zehrt das kräftig an den Nerven. Das aber sei vorbei, sagt Neudecker Senior. Und greift zum Rechen, um ein Häuflein Laub zusammenzukehren.
Es freut auch den Sohn, dass der Vater am Grundstück im Wald seine Freude hat und eine Aufgabe findet. Und ebenso die Kinder. "Die wollen dort schon ihre Geburtstagspartys feiern."

Nutzung des Hauses unklar

Das Haus des Altstadtbäckers in der Hauptstraße ist im vergangenen Jahr von Carlo Scarcella erworben worden. Was der Besitzer mehrerer Eisdielen damit macht, steht noch nicht fest. Carlo will erst noch überlegen, wie er auf Anfrage sagte.

Ernst Neudecker lebt weiterhin in dem Haus, das viele Jahrzehnte lang seine Wohn- und Arbeitsstätte gewesen ist.