Herzogenaurach geht es gut. Die Stadt ist gekennzeichnet durch eine hohe Lebensqualität und eine ausgeprägte Wirtschaftsstärke. Dazu liegt sie in einer idyllischen Lage im Aurachtal. Eine gute Infrastruktur bettet sich ein und die meisten der 25 000 Einwohner dürfen zufrieden sein.
Und doch gibt es in Herzogenaurach ein Modellprojekt, das vom Bezirk Mittelfranken aus gefördert wird. Das sich mit Seiten der Stadt beschäftigt, die zunächst einmal nicht auf der Hand liegen. Es geht um den eher sperrigen Begriff der "Sozialraumorientierung". Diese ist eine wesentliche Grundlage von Inklusion und für eine verbesserte ambulante Versorgung für Menschen mit Beeinträchtigung. Mit dem Modellprojekt "Ambulantisierung" soll der Sozialraum analysiert und bewertet werden. Neue Ideen und Konzepte entwickeln und umsetzen.
Das kann die Lebenshilfe aber nicht alleine stemmen. Darum lud unter der Führung von Annika Lang, Sozialpädagogin, die Lebenshilfe zu einem Netzwerktreffen in den eigenen Räumen ein. Lang ist als Projektbeauftragte für das Modellprojekt zuständig. Nach der Begrüßung der Vertreter von rund 20 Organisationen aus Herzogenaurach durch Lebenshilfe-Geschäftsführer Josef Hennemann, stellte die Projektleiterin die Idee des Modellprojektes vor, aber auch, welche Rolle das neue Netzwerk dabei spielen soll.
Diese führte aus: "Es geht unter anderem darum, Ressourcen zu bündeln, Ideen zu sammeln, Dopplungen bei Angeboten zu vermeiden." Wichtig sei ihr, dass es vor allem um den Sozialraum außerhalb der Arbeitsverhältnisse ginge. Also dort, wo die Lebenshilfe zum Teil sehr gute Einblicke habe. Vom eigenen Wohnraum bis letztlich zum öffentlichen Raum, in dem sich Menschen bewegen. Es gehe natürlich um Menschen, die aufgrund von Behinderungen Schwierigkeiten hätten, sich im Sozialraum zu bewegen.


Eine Warnung zum Schluss

Hennemann betonte, dass man das Rad nicht neu erfinde. "Inklusion ist schon lange in aller Munde. Und Sie als Vertreter für das Netzwerk kennen die Menschen und deren Bedürfnisse!" Das führe dazu, dass die Kompetenzen gebündelt werden sollten, um für die Menschen, die inkludiert werden sollten, gute, wenn nicht sogar ideale Voraussetzungen zu schaffen.
Mit dem neuen Netzwerk will man sich im Rahmen des Projektes vor allem dem Thema Aufbau und Verbesserung inklusiver Strukturen in den Bereichen Wohnen, Mobilität und Freizeit sowie Kultur in Herzogenaurach widmen. Das Netzwerk selber werde sich künftig zwei Mal im Jahr treffen. Wobei Annika Lang bereits erklärte, dass man auch Arbeitskreise bilden werde, die sich intensiv mit Einzelheiten beschäftigen werden.
Eine Warnung gab es aber bereits am Anfang, während der Vorstellungsrunde der Akteure. Michael Baltz vom Seniorenbüro sagte: "Wir machen das alle ehrenamtlich, da muss man aufpassen, dass man nicht zuviel netzwerkt."