"Nach dem Fasching ist vor dem Fasching" sagte Gerd Engert, der Vorsitzende des Karnevalsclubs Herzogenaurach (KCH), gestern Vormittag im Rathaus. Um 11.13 Uhr, also mit zweiminütiger Verspätung, begann das traditionelle Zeremoniell zum Aschermittwoch: die Rückgabe des Rathausschlüssels an den Bürgermeister.
German Hacker (SPD) nahm das "Symbol der Macht" erfreut entgegen, dankte den Aktiven des KCH, allen voran den Gardemädchen, für einen gelungenen und schönen Fasching. Besonders gefreut hat es Hacker, dass die Prunksitzung nach gefühlten siebeneinhalb Stunden vom Vorjahr diesmal wesentlich kürzer und damit auch "erfrischend kurzweilig" war. Und dann machte er das übergroße Ding auch gleich an seinem Schlüsselbund fest.

2016 noch kürzer

99 Tage lang hatten die Narren die Herrschaft über das Rathaus, im kommenden Jahr wird's noch ein paar Tage weniger, bevor man 2017 wieder bis in den März hinein feiern darf. Das rechnete Engert vor und verwies bereits auf anstehende Ereignisse. So darf die Jugendgarde am 28. Februar noch bei der Süddeutschen Meisterschaft in Bayreuth antreten. Es ist der größte Erfolg in der Geschichte der Garde der Sechs- bis Zehnjährigen (gegründet 1980), wie der Vorsitzende stolz anmerkte.

Und auch der Verein selbst hat in diesem Jahr einiges vor. So soll die Halle um einen Anbau erweitert werden, damit man einen zusätzlichen Gymnastikraum zur Verfügung hat. Anfragen von Vereinen, die diesen gern nutzen würden, hat man genügend. Das schafft dann auch Entlastung für die Halle, die täglich bis nach 22 Uhr ausgebucht ist und oft auch von kleineren Gruppen belegt wird. Diesen könnte man dann den 120 oder 150 Quadratmeter großen Gymnastikraum anbieten und bekommt laut Engert dann mehr Freiraum in der Halle. Das wiederum käme dann auch den eigenen Garden zugute.

Auch die nächste Prunksitzung werde man erneut in der eigenen Halle abhalten. Das Vereinshaus sei definitiv Geschichte, stellte Engert fest. In der eigenen Halle habe man nicht nur bessere Sicht und Akustik, auch einen besseren Service könne man hier anbieten. Den bis dahin sicher fertig gestellten Hallenanbau könne man da gut nutzen und erspare sich das Aufstellen eines großen Zelts.

Weniger Pannen

Die Abordnung, die der KCH gestern ins Rathaus schickte, war etwas dezimiert. Das liege auch daran, dass während der ganzen Session immer mal Leute krank waren, so dass laut Engert auch Turnierteilnahmen abgesagt werden mussten. Er selbst habe von den 99 Tagen auch nur 79 "regiert". Während der Session habe man 17 Veranstaltungen besucht und dabei den Eindruck gewonnen, dass man da durchaus konkurrieren könne. Engert: "Bei uns passieren weniger Pannen als anderswo."

Anschließend begaben sich die vier Mitglieder des Elferrats, in ihren neuen und edlen schwarzen Hemden anstelle der bislang blauen, in den Schlosshof zum ebenso traditionellen Waschen der Geldbeutel.