Keine Frage, die Stadt Herzogenaurach hat eine Menge zu bieten. So ist ein Blick in die mittelalterliche Geschichte der Stadt nicht nur für Touristen und Besucher interessant, sondern auch für Alteingesessene und Neubürger. Ein Grund dafür, dass neue Gästeführer ausgebildet wurden. An diesem Wochenende, am Samstag, erhielten die 15 neuen Gästeführer aus den Händen des Bürgermeisters ihr Zertifikat.
"Sie sind jetzt Botschafter der Stadt Herzogenaurach, repräsentieren unser Stadt und stellen Herzogenaurach in den Mittelpunkt", erklärte Bürgermeister German Hacker (SPD) bei Übergabe der Zertifikate im Freizeitheim.
Der Samstagnachmittag war zunächst eine Art Prüfungstag und die neuen Gästeführer wurden bei ihrem Rundgang beobachtet. Das übernahmen Judith Jochmann vom Amt für Stadtmarketing und Kultur, Klaus-Peter Gäbelein, Vorsitzender des Heimatvereins und Stadtführer, sowie VHS-Leiter Oliver Kundler sowie Ulla Hoßfeld, Geschichte für Alle.
Der Grund für die Ausbildung neuer Stadtführer war das Wachstum der Stadt und damit verbunden die vielen Nachfragen nach Stadtführungen. "Es mussten Gruppen immer wieder mal vertröstet werden, weil es zeitlich nicht passte", erklärte Klaus-Peter Gäbelein, der zusammen mit Kreisheimatpfleger Manfred Welker interessierte Gäste durch die Stadt führte. Auf die gestiegene Nachfrage nach Stadtführungen wiesen sowohl Jochmann als auch der Bürgermeister hin, schließlich bekommen die Weltfirmen Besucher und Mitarbeiter aus dem In- und Ausland. Deswegen wird es künftig die Stadtführungen in Deutsch, Englisch, Italienisch sowie in Französisch und Spanisch geben.


Hohes Engagement

Die "Kontrolleure" zeigten sich vom Geschichtsinteresse sowie dem Engagement und dem Lernwillen der 15 Teilnehmer begeistert. Sie sind sich sicher, dass die Gäste der Stadt begeistert sein werden.
Mit ausgebildeten und professionell ausgebildeten Stadtführern kann die Stadt punkten und regelmäßigere Aktionen anbieten und zudem den Heimatverein entlasten. "Wir waren nach unserem Aufruf überrascht über die hohe Anzahl der Interessenten", erklärte Jochmann und ergänzt: "Bei 15 mussten wir den Deckel draufmachen!"


Weisendorferin dabei

Das Seminar umfasste 44 Stunden und die Teilnehmer mussten sich mit 250 Euro an der Ausbildung beteiligen. Jochmann freute sich, dass von den an den Start gegangenen Teilnehmern niemand abgesprungen ist. So blieb auch die Weisendorferin Karoline Schmidt dabei und nahm ihr Zertifikat am Wochenende entgegen. Die geschichtsinteressierte Weisendorferin besuchte in Herzogenaurach die Schule und ist Vorsitzende des Arbeitskreises für Geschichte und Brauchtumspflege Markt Weisendorf. "Ich habe Verbindungen nach Herzogenaurach und die Stadt hat, wie die meisten Dörfer, eine reiche geschichtliche Vergangenheit und dies soll weitergegeben werden", erklärte sie. Schmidt kann sich vorstellen, die geschichtliche Vergangenheit ihres Heimatortes auch den Weisendorfern Neubürgern zu vermitteln.
Wie Jochmann und Hacker erläuterten soll es künftig auch Themenführungen geben und auch ein Blick hinter die Kulissen der Herzogenauracher Weltfirmen geben. Aber auch das Stadtmuseum soll stärker einbezogen werden. "Herzogenaurach hat Außenwirkung, jetzt werden wir dem gerecht", freute sich der Bürgermeister.
Mit dem Gästeführerseminar und Aushändigung des Zertifikates soll es aber nicht getan sein, die Gästeführer erhalten eine Weiterbildung und das Seminar vermittelte auch den gleichen Wissenstand für alle Teilnehmer. "Sicher kann jeder seine Führung individuell gestalten und wird es auch tun, aber alle bekamen die gleichen Unterlagen ausgehändigt", erklärte Jochmann.
Als nächstes stehen noch ein Erste-Hilfe-Kurs sowie eine Information über Versicherungsfragen und Stadtführungen in Bamberg und Fürth auf dem Programm. Ausgestattet wurden die 15 Stadtführer mit Herzo-Tasche, Herzogenaurach Geschichtsbuch, dem Buch"Bilder unserer Stadt", Ausstellungskatalog "Sneaker Culture", Markenhandbuch der Stadt Herzogenaurach sowie Namensschildern und einer Sammelmappe mit Skripten.