Frank Dassler schaut auf den Plan. Kurzes Stutzen, dann der klare Hinweis des Chefjuristen der Adidas-Gruppe: "Also das Grüne gehört der Stadt und das Orangene uns." Somit hat Adidas satte 60,5 Hektar. Und die werden durch die Grundstücksgesellschaft GEV betreut. "Damit ist auch klar, dass die GEV eine Aufgabe hat." Denn sie hat zumindest im Bereich der nun städtischen Flächen nun nichts mehr zu tun. Doch es wird in Zukunft für die Mitarbeiter der Grundstücksgesellschaft sicher nicht langweilig, augenzwinkernd erzählt Dassler von den grundsätzlichen Plänen.

Sicher sei ein Parkhaus, das nun kommen werde. "1800 Stellplätze für die Mitarbeiter werden geschaffen", erläutert Firmensprecher Oliver Brüggen. Dass dieses Gebäude keine 08/15-Architektur sein werde, sei laut Dassler und Brüggen klar. "Sie kennen uns!" Es soll ein attraktives und sportliches Gebäude werden. Eingepasst in den Adidas-Komplex im Norden der Stadt Herzogenaurach.

Dieses Parkhaus ist im Grunde bereits jetzt schon wieder zu klein, weiß der Jurist. "900 Mitarbeiter sind hier im Spikes tätig, 1500 im Laces, Allround mit gut 100 Plätzen." Dazu kommen 450 Kollegen am Adi-Dassler-Platz und 100 Menschen im World of Global IT im Gewerbegebiet. "Das Laces platzt aus allen Nähten, wir werden sicher weiter expandieren", erzählt Dassler. Doch konkrete Pläne gibt es nicht.

Ein Sportmuseum?


So sei es vorstellbar, ein Museum zu bauen. Zwischen McDonalds und Stadion auf die Fläche. Das ist allerdings Zukunftsmusik.

"Eines ist sicher: Wir wachsen und zentrieren uns auf Herzogenaurach." Ein klares Bekenntnis zum Standort Herzogenaurach. Das kann auch irgendwann das ehemalige Hauptgebäude am Adi-Dassler-Platz treffen. "Die Pachtverträge gehen bis 2018/19. Dann werden wir weiter sehen." Doch Dassler lässt durchblicken, dass der Umzug zum "Headquarter" wahrscheinlich ist. Das gilt auch für die ITler, diese werden sich ebenfalls auf einen Umzug einstellen dürfen.

5300 Mitarbeiter geplant


Was auch sicher kommen werde, sei ein Nahversorgungszentrum beim Ramada-Hotel. Das liegt auch auf orangener Fläche - "Wird aber durch eine andere Grundstücksgesellschaft betrieben, das ist juristisch komplizierter", erklärt Dassler. Letztlich entscheidet Adidas, was dort hinkommt.

Die Firma wird auch die Hand über die noch zu verplanende Gewerbefläche halten. "Sicher wird es dort kein Autohaus geben, wir halten uns die Fläche vor", sagt Dassler. Immerhin sollen in nicht allzu naher Ferne 5300 Menschen dort für den Sportartikelhersteller arbeiten.

Was die Stadt macht, werde man gespannt beobachten, doch viele Bereiche seien klar definiert. Das Grün der Farbgebung stehe in diesem Fall auch für ein tatsächliches Grün vor Ort. Ausgleichsflächen, Parks, Gebiete, die der Naherholung dienen sind gekennzeichnet. Es gibt weiterhin einen schmalen Korridor in Grün, der die beiden großen Adidas-Flächen scheinbar durchschneidet. Das ist eine Vorhaltefläche für die Stub - die Stadtumlandbahn.

"Das würde uns schon sehr gut gefallen", bemerkt Dassler, wenn die kommen würde. Und erklärt: "Der Schnellbus aus Erlangen zeigt uns, dass viele unserer Kollegen dieses Verkehrsmittel nutzen."