Unter Abfall oder Müll, manchmal auch als Kehricht oder Mist bezeichnet, versteht man Reste, die bei der Zubereitung oder Herstellung von etwas entstehen. Oder auch was Flüssigkeiten und Gase in Behältern einschließt. Chemische Rückstände werden ebenfalls als Abfallstoffe bezeichnet. So trocken, so unspektakulär wird die Hinterlassenschaft bezeichnet, die nicht nur die Industrienationen vor große Herausforderungen stellen. Denn Müll braucht Platz, Müll sollte wiederverwertet werden, Müll sollte den Menschen nicht stören.

26 000 Tonnen werden verbrannt

Doch mit dem Thema "Müll" beschäftigt der Bürger sich in der Regel nicht allzu oft. Einmal in der Woche wird die Tonne herausgestellt, man weiß, wo der Glascontainer steht und man ärgert sich, dass bis zu vier Mülleimer vor der Haustüre jeden einzelnen zum Trennen auffordern. Doch sobald das Müllauto den Dreck aufgeladen hat, ist der Müll weg.
Dabei geht in diesem Moment das Geschäft mit dem Müll erst richtig los. Für die Bewohner des Landkreises geht die Geschichte auf dem Wertstoffhof in Erlangen, den Deponien in Medbach und Herzogenaurach sowie den Heizkraftwerken in Bamberg und Coburg weiter. Immerhin über 26 000 Tonnen Hausmüll gehen aus dem Landkreis und der Stadt Erlangen zur Verbrennung zu den zwei oberfränkischen Standorten.

Wann wird abgeliefert?

Interessanter und deutlich sichtbarer ist zumindest für die Herzogenauracher die Menge des Mülls, der vor Ort bleibt. Kleinanlieferer brachten im vergangenen Jahr fast 2000 Tonnen Müll auf die Deponie im Norden der Stadt. Dazu kamen 630 Tonnen Gewerbemüll aus dem Einzugsgebiet des Zweckverbandes Abfallwirtschaft (ZVA) der Stadt Erlangen und des Landkreises Erlangen-Höchstadt.
Interessant ist aber auch der Blick darauf, wann wieviel Abfallmengen geliefert wurden. Der meiste Hausmüll wurde an den drei Abgabestellen im April geliefert. 2739 Tonnen sind dort an Hausmüll zu verarbeiten. Ob das an einem Frühjahrsputz liegen könnte, weiß allerdings keiner der Verantwortlichen zu beantworten. Der Gewerbemüll erreicht mit 1155 Tonnen seinen Höchststand zwei Monate später, nämlich im Juni. Die meisten Wertstoffe werden im August mit 1677 Tonnen fällig.

Vergleich mit Erlangen

In der Gesamtbilanz weist der ZVA allerdings den Oktober mit gesamt 5365 Tonnen als den müllstärksten Monat aus. Im Vergleich: Der wenigste Müll wird im Februar produziert, 3919 Tonnen stehen der Höchstzahl entgegen.
Überraschend ist ein anderer Vergleich mit der Stadt Erlangen. Dort werden monatlich im Durchschnitt 74,4 Tonnen Sperrmüll der Verwertung zugeführt, im Landkreis gibt es diese Art von Müll in deutlich höherer Menge: 237 Tonnen Sperrmüll müssen im Monat entsorgt werden. Interessant ist, dass sich in der Gesamtmüllbilanz, also Hausmüll und Sperrmüll, Stadt und Landkreis sich die Waage halten. Die Hälfte des Mülls stammt jeweils von einer der beiden Gebietskörperschaften.
Eine Neuerung in Erlangen könnte aber auch für den Landkreis interessant sein. Seit dem 1. Januar wird vorerst für die Dauer eines Jahres probeweise auf die Sperrmüllscheine verzichtet. Bei der Versammlung des ZVA hatte Höchstadts Bürgermeister Gerald Brehm gefragt: "Warum ist der Landkreis an diesem Versuch nicht beteiligt?" Landrat Alexander Tritthart teilte mit, dass "der Landkreis diesbezüglich keine Information gehabt hätte, "und das System außerdem nur probeweise eingeführt wird". Gewerbetreibende seien von dieser Regelung allerdings ausgeschlossen und erhielten weiterhin zwei Sperrmüllscheine durch den zuständigen Eigenbetrieb der Stadt Erlangen.
Letzte Zahlen zum Müll: Das ganze kostet natürlich auch Geld. Etwa 11,7 Millionen Euro kostete die Entsorgung des Mülls.
Das trifft die baulichen Maßnahmen ebenso wie die Fahrzeuge und deren Unterhalt, Personalkosten und Deponiekosten. Die Anpassung an moderne Umweltstandards stehe natürlich außer Frage. Im Fazit: Mit dem Müll muss alles sauber laufen.