Im vergangenen Jahr sind allein in Bayern 140 Motorradfahrer tödlich verunglückt. Im Vergleich zum Auto birgt das Zweirad ein höheres Risiko. Es gibt keine Sicherheitsgurte, keine Knautschzone, keine Airbags. Fahrfehler können rasch schwerwiegende Folgen nach sich ziehen.


Über 1000 Fahrer geschult

Dem möchte die Verkehrswacht Höchstadt durch ein Fahrsicherheitstraining entgegensteuern. In den vergangenen 13 Jahren konnten bereits über 1000 Motorradfahrer geschult werden. Am Samstag versammelten sich über 60 Teilnehmer aus dem Raum Höchstadt, Forchheim, Neustadt und Nürnberg auf den Firmengeländen von Baxter und Medwork im Höchstadter Aischpark.
"Die Fahrer sollen nach der langen Winterpause wieder an ihre Maschine und das Fahrverhalten gewöhnt werden", erklärt Siegfried Nürnberger, der erste Vorsitzende. "Uns ist es wichtig, dass die Teilnehmer sowohl in der Theorie als auch in der Praxis geschult werden."


Erste Hilfe

Über die Grundlagen der Fahrzeugtechnik und der Ausrüstungsvorschriften informierte Jörg Pfahler von der Dekra. Notarzt Roland Maeumbaed sowie Peter Baierl und Sophie Lukaszewicz vom Roten Kreuz sorgten für eine Auffrischung auf dem Gebiet der Ersten Hilfe. Neben der stabilen Seitenlage, der Reanimation und dem Gebrauch eines Defibrillators wurde auch erläutert, wie einem verunglückten Motorradfahrer der Helm abgenommen werden muss.


Bremsen und Ausweichen

Damit es gar nicht erst zu einem Unfall kommt, ist es wichtig, dass Motorrad auch in Gefahrensituationen unter Kontrolle zu halten. Die Fahrlehrer Gerhard Wust und Heike Striegel übten mit den Teilnehmern das Bremsen aus verschiedenen Geschwindigkeiten und das schnelle Ausweichen. Eine zusätzliche Herausforderung stellte der andauernde Regen dar. Auf der anderen Seite konnten durch ihn die Fahrweisen unter schwierigen aber gleichzeitig kontrollierten Bedingungen trainiert werden.
Verschiedene Geschicklichkeitsübungen verbesserten außerdem das Gefühl für das eigene Motorrad. Auch von Thomas Lang aus Höchstadt forderten die Übungen volle Konzentration. "Ich fahre einen Oldtimer aus dem Jahr 1957. Den Slalom in Schrittgeschwindigkeit zu durchfahren, war eine ziemliche Herausforderung", berichtet er. Das Fahren in Schräglage wurde mit einem speziell ausgerüsteten Motorrad geübt, das durch seitliche Anbauten nicht umkippt.
Die Resonanz auf das Sicherheitstraining war durchweg positiv. Sven Kupfer aus Höchstadt nahm zum vierten Mal teil und ist wieder begeistert: "Ich finde es wahnsinnig gut, dass sich hier so viele ehrenamtlich engagieren - Hut ab."