Im Mittelpunkt der Sitzung des Stadtrates standen Zahlen und nochmal Zahlen. Jürgen Bauer, Geschäftsführer der Herzo Werke erläuterte dem Gremium die Jahresabschlüsse der Beteiligungsgesellschaften. Die Gesellschafterversammlung der Herzo Werke, der Herzo Bäder- und Verkehrs-GmbH, der Herzo Bäder Gastronomie GmbH und der Stadtwerke Herzogenaurach sowie der Herzo Media empfahl dem Stadtrat, dem Jahresabschluss, der Entlastung des jeweiligen Aufsichtsrates sowie der Geschäftsführung zuzustimmen, was auch bei den 24 Einzelabstimmungen geschah.

Wie Bürgermeister German Hacker eingangs erläuterte, übertreffen die Ergebnisse der operativ nach außen tätigen Gesellschaften für das Geschäftsjahr 2015 deutlich die Planwerte. So konnte Bauer größtenteils erfreuliche Zahlen präsentieren. Gleichzeitig fällt der Verlustausgleich durch den städtischen Haushalt mit einer halben Million Euro deutlich niedriger aus. Veranschlagt hatte man 2,6 Millionen Euro.


Zahlen besser als geplant

Bei der Herzo Media beträgt der Jahresüberschuss 317 000 Euro, das sind 29 000 Euro weniger als im Vorjahr, trotz hoher Investitionen aber immer noch fast 100 000 Euro mehr als geplant. Rund die Hälfte des Jahresüberschusses wird bei der stadteigenen Gesellschaft verbleiben, um Investitionen in den weiteren Ausbau des Glasfasernetzes zu erleichtern. Trotz der Investitionen rechnet Herzo Media in diesem Jahr mit einem Gewinn von rund 230 000 Euro.

Bei der Bäder- und Verkehrs-GmbH rechnete die Geschäftsführung mit einem Verlust von rund 3,2 Millionen Euro, er summierte sich zum Jahresende dann aber auf unter drei Millionen. Während das Freibad im Jahr 2015 gegenüber dem Vorjahr rund 35 000 Besucher mehr zählen konnte, gingen die Zahlen im Freizeitbad um rund 10 000 auf knapp über 316 000 zurück. Beim Freibad schlug vor allem der heiße Sommer zu Buche, die sinkenden Besucherzahlen im Freizeitbad begründete Bauer unter anderem mit fehlenden Attraktionen. So sei die Besucherzahl 2012 nach Inbetriebnahme des Kinderlandes angestiegen. Bauer zufolge steigen die Zahlen wieder, wenn der Rutschenturm umgebaut und die Turborutsche installiert ist.

Bei den Herzobussen gingen die Fahrgastzahlen gegenüber dem Vorjahr um rund 15 000 auf knapp eine halbe Million zurück. Bereits im Jahr 2014 war ein Rückgang gegenüber 2013 um rund 42 000 Fahrgäste zu verzeichnen. Dies war die Folge einer Reihe von Baustellen im Stadtgebiet, weshalb Bauer auch in diesem Jahr nicht mit besseren Zahlen rechnet. Die Verlagerung des Busbahnhofes wirke sich bereits nach rund einem Monat negativ aus.


Investitionen langfristig angelegt

Die Investitionen und die Jahresergebnisse der Herzo Werke sind natürlich an die Stadtentwicklung gekoppelt, sei es bei Kanal, Wasser, Wärme oder Glasfaserkabel. "Baut oder saniert die Stadt Kanäle und Straßen, so gehen die Herzo Werke den Weg mit", erklärte dazu der Bürgermeister. Es sei sinnvoll und spare Kosten, bei der Sanierung von Kanälen und Straßenbauarbeiten auch Wasser-, Strom-, Gas- und Fernwärmeleitungen auszutauschen oder neu zu verlegen. Auch das Leerrohrsystem für eine künftige flächendeckende Glasfaserversorgung werde mitverlegt. Dies alles erfordere erhebliche Investitionen, die nicht "ab dem ersten Tag" refinanziert werden könnten, sondern langfristig angelegt sind.

Trotzdem sei das Ergebnis der Herzo Werke erfreulich, es liegt mit rund drei Millionen Euro um 560 000 Euro und damit deutlich über dem Planwert von 2,4 Millionen Euro. Darin ist allerdings auch eine Rückstellungsauflösung enthalten, die allein mit 440 000 Euro zu Buche schlägt.

Die Geschäftstätigkeit der Herzo Werke GmbH war und ist gekennzeichnet durch eine erhebliche Zunahme der Investitionstätigkeit gegenüber der Vergangenheit. Hauptgrund ist das Wachstum der Stadt.

Von den Fraktionen wurden die Berichte gelobt. Auf Nachfrage erklärte der Geschäftsführer, dass die geplante Wasseraufbereitungsanlage voraussichtlich 2018/2019 in Betrieb gehen wird. Derzeit laufen Pumpversuche und weitere Untersuchungen. Aussagen, dem Wald werde das Grundwasser entzogen, wies Bauer zurück.