Seitdem Fritz Kroh im letzten Jahr die Unterschenkel amputiert wurden, sitzt der 73-Jährige im Rollstuhl. Das Haus des Höchstadters und seiner Frau Gerda war bis zum letzten Jahr allerdings nicht barrierefrei. Weder vorne zur Straße, noch hinten zum Garten. "Die ganze Treppe hätte vor dem Haus abgeändert werden müssen", sagt Gerda Kroh heute, nachdem die behindertengerechten Umbaumaßnahmen abgeschlossen worden sind.

Ihr Mann Fritz liegt zur Zeit noch im Krankenhaus. Wenn er rauskommt, kann er aber problemlos mit dem Rollstuhl in das Haus gelangen. Und dies nicht über den Eingang von der Straße aus, sondern über die Terrasse. Ein Hublift befördert Fritz Kroh auf das Niveau der Wohnung im ersten Stock.

Gute Beziehung zueinander


Georg Hammer beobachtet erfreut, wie der Aufzug hinter dem Haus der Krohs langsam nach oben fährt. Hammer hat als Wohnberater des Landkreises Erlangen-Höchstadt den barrierefreien Umbau begleitet. "Wir haben eine gute Beziehung zueinander", sagt Bauingenieur Hammer.

Die Krohs ließen sich im Sommer letztes Jahr von Hammer kostenlos beraten. Eine große Hilfe, wie Gerda Kroh sagt. Georg Hammer hat der Familie eine Liste erstellt, welche Maßnahmen für ein behindertengerechtes Wohnen in Frage kämen. Der Lift stand auch auf dem Zettel.

Den ersten Tipp, den Hammer immer gibt: "Teppiche raus". Auch wenn das die wenigsten Frauen gerne hören würden, für Rollstuhlfahrer sei der Teppich nur hinderlich.

Auch Familie Kroh hat sich von den Teppichen getrennt. Alles ist gefliest im Haus. Das Bad wurde vergrößert. Die Badewanne rausgerissen und stattdessen eine ebenerdige Dusche eingebaut. Allerdings war der Umbau des Bades nicht gerade billig: "Der Kostenvoranschlag liegt bei 26 000 Euro", sagt Gerda Kroh. Zuschuss gab es nur wenig. Ein größerer Umbau ist mit hohen Kosten verbunden. Auch der Lift hat 11 000 Euro gekostet, allerdings von der Pflegekasse mit rund 2500 Euro bezuschusst. Das beste Mittel gegen hohe Kosten sei der frühzeitige Gedanke an später, sagt Georg Hammer, dann nämlich, wenn man ein Haus baut. "Wenn einer von Anfang an barrierefrei baut, kann er 15 Prozent Baukosten sparen."

Grundsätzlich würden die Berater des Landkreises nach der finanziellen Lage fragen, sagt Georg Hammer. Es werde nur das vorgeschlagen, was machbar sei. Kleine Maßnahmen seien dabei oft effizient und durchaus mit wenig Kosten verbunden. Das betrifft das Entfernen von Teppichen oder Kabeln, die im Weg liegen sowie das Anbringen von Haltegriffen im Bad.

Der Umbau ist aus Sicht von Gerda Kroh insgesamt gelungen, schließlich könne ihr Mann nun weiter zu Hause leben, sagt die 70-Jährige.



Information zur Wohnberatung

Kontakt Wer Interesse an einer Wohnberatung hat, meldet sich bei Anna Maria Preller, der Seniorenbeauftragten im Landkreis Erlangen-Höchstadt. Sie ist erreichbar unter Tel. 09131/803277 oder per E-Mail: anna.maria.preller@erlangen-hoechstadt.de.

Beratung Die Wohnberater arbeiten ehrenamtlich, die Beratung ist kostenlos und unverbindlich. Die Berater machen Vorschläge über den Einsatz von kleinen Hilfsmitteln bis hin zu Umbauten und sie informieren über Fördermöglichkeiten. Über die jeweilige Umsetzung entscheidet der Bürger selbst.