Donnerstagvormittag war der rollende Friede auf der A3 schlagartig vorbei: Der 34-jährige Kraftfahrer einer lettischen Spedition war mit seinem Sattelzug in Richtung Frankfurt unterwegs. Beladen war der 40-Tonner mit schweren Drahtrollen. Mit lautem Knall platzte unvermittelt der rechte Vorderreifen des Sattelzuges.

Das geschah so plötzlich, dass der Fahrer nicht mehr reagieren konnte. Das Fahrzeug zog scharf nach links, durchbrach die Mittelschutzplanke und flog förmlich auf die drei Fahrspuren der A3 in Richtung Regensburg. Dort kam er auf dem Dach liegend zum Stillstand. Eine niederländische Familie, die sich mit ihrem Wohnwagengespann auf dem Weg in den Urlaub befand entkam einer Kollision nur knapp. Lediglich ihr Wohnwagen wurde durch umherfliegende Trümmer beschädigt.

Schlimmer wurde es für die nächsten beiden Fahrzeugführer. Der eine versuchte noch auszuweichen, wurde aber von der quer schliddernden Zugmaschine erfasst. Sein Kleinwagen wurde vorne links aufgerissen. Der Fahrer, ein 43-jähriger Kölner, und seine Beifahrerin erlitten leichte Verletzungen. Eine 60-jährige Erlangerin, die mit ihrem Auto in den umgekippten Auflieger fuhr, kam ebenfalls mit leichteren Blessuren davon.

Am ärgsten traf es eine Familie aus Griechenland. Die fünfköpfige Familie befand sich auf der Fahrt von England nach Griechenland. Ihr Kombi prallte so schwer gegen den havarierten 40-Tonner, dass alle Insassen schwere Verletzungen davontrugen. Glücklicherweise kamen dahinter zwei italienische Krankenwagen. Die Sanitäter hielten an und konnten wirksame erste Hilfe leisten, bevor die hiesigen Rettungsdienst eintrafen.

Vermutlich auch deshalb konnten die Ärzte in der Erlanger Uniklinik bald darauf vermelden, dass keine der Personen in Lebensgefahr schweben würde. Der Kraftfahrer selbst erlitt nur wenige Kratzer.

Mit Hochdruck arbeiteten die Feuerwehren, das THW und die Abschleppdienste Hand in Hand mit der Autobahnmeisterei an der Bergung. Dennoch kam es für diejenigen, die im Stau standen zu einer unangenehmen mehrstündigen Wartezeit. Durch den gekippten querliegenden Zug war die A3 in Richtung Süden für Stunden gesperrt. Der Stau war 20 Kilometer lang. Die Sachschäden belaufen sich auf über 200.000 Euro. pol