Zum ersten Mal gab es heuer einen Kinderbaum bei der Kirchweih am Samstag in Medbach. "Es laufen so viele Kinder in Meba rum - warum sollen sie nicht ihre eigene Fichte haben" sagt Marianne Zimmermann, die diese Idee ganz spontan am Vorabend hatte. "Außerdem sind sie ja unser Nachwuchs und können auch gleich was lernen dabei."

Die Medbacher Kirchweihgemeinschaft setzte diese Idee auch gleich um und so marschierten am Samstag elf "Jungspunde" dem großen Baum voraus beim Zug durchs Dorf. Zugegebenermaßen waren sie nicht alle aus dem Ort - ein paar Kieferndorfer und zwei, drei Besucherla aus der Großstadt waren auch dabei. Doch Kieferndorf und Medbach feiern sowieso gemeinsam Kirchweih und Gäste werden natürlich nicht ausgeschlossen, ob groß oder klein. Die neunjährige Jessica und der achtjährige Jan fanden es jedenfalls toll, dass sie jetzt einen eigenen Baum haben, und die anderen nickten zustimmend.

Fällen klappte wie am Schnürchen


Das Baumbesorgen war heuer schnell vonstatten gegangen - letztes Jahr hatte im Wald ein wenig Chaos geherrscht und das Fällen verzögert. Heuer klappte alles wie am Schnürchen. "Wir sind schon Richtung Heimat gezogen, als die Adelsdorfer grad mal loszogen" schmunzelten die fleißigen Männer süffisant mit einem kleinen Seitenhieb auf die nicht weit entfernte benachbarte Kirchweih. Zu Ehren der Adelsdorfer muss allerdings gesagt werden, dass deren Abfahrtszeitpunkt schon seit vielen Jahren regelmäßig derselbe ist und sie sich da keinem Zeitdiktat unterwerfen.

Die Medbacher waren jedenfalls sehr zufrieden mit sich und stellten den Baum in gewohnter Manier gekonnt an seinen Platz. Das anschließende Spanferkelessen gemeinsam mit allen Gästen belohnte dann für die Mühen.

Eine weitere Neuheit wurde heuer eingeführt mit einem "Wirtshaussingen" im Zelt am Sonntag. Rosi Feuerlein von den Kerwasfreunden übernahm hier die Organisation und besorgte auch die notwendigen Texte der alten Lieder. Für spontane Mitsinger gibt es die Lieder auf Papier, damit jeder beim fröhlichen Treiben mitmachen kann.