Die ersten Worte des Polizeisprechers sind: "Kein IS-Hintergrund, kein Fremdenfeindlicher Hintergrund." Dennoch ist es ein tragisches Ereignis, das sich in Hannberg am Donnerstagabend zugetragen hat. Beamte der Polizeiinspektion Herzogenaurach wurden in ein Anwesen am Kirchensteig in Heßdorf gerufen. Ein 49-jähriger Deutscher, der dort wohnt, habe sich in einem Zimmer verschanzt. Vor Ort angekommen verließ der Mann sein Haus und griff die Beamten mit einer Sichel an. Ein Beamter machte bei diesem Angriff von seiner Schusswaffe Gebrauch und verletzte den Angreifer, um ihn kampfunfähig zu machen.


Mit der Feuerwehr startete alles

Der schwer Verletzte kam nach notärztlicher Erstversorgung umgehend in ein Krankenhaus. Derzeit wird er operiert. Wie die Polizei am Freitagmittag mitteilt, ist der Angreifer außer Lebensgefahr.

Das Unglück nahm allerdings früher seinen Lauf. Bereits um kurz nach 12 Uhr wurde die Heßdorfer Feuerwehr alarmiert. "Hilflose Person in der Wohnung, Unterstützung bei der Wohnungsöffnung" hieß es in der Alarmierung. Nach Auskunft von Augenzeugen habe der spätere Angreifer die Türe geöffnet und versucht zu erklären, dass er keinerlei Hilfe benötige.

Dem widersprachen allerdings zwei Frauen vor Ort, die den Rettungskräften erklärten, dass der Mann bereits in der Vergangenheit an seinem Arbeitsplatz angekündigt habe, dass er massive Probleme habe und darauf reagieren werde.

Weil der am Donnerstagmorgen nicht zur Arbeit erschienen sei, habe man sich Sorgen gemacht und sei zu dem Kollegen nach Hause gefahren, um nach ihm zuschauen. Da niemand geöffnet habe, alarmierten sie über die Leitstelle Nürnberg die Einsatzkräfte.


Staatsanwalt ist eingeschaltet

Die Feuerwehr selber habe sich, nachdem der Mann selbst geöffnet habe, und die Notwendigkeit des Einsatzes abgelehnt habe, nach Absprache mit dem Notarzt wieder verabschiedet. Der wiederum sei von dem Mann wesentlich rüder angegangen worden.

Der Polizei wollte er zunächst nicht Rede und Antwort stehen und verschanzte sich in dem zurückgesetzten Haus in dem Heßdorfer Ortsteil. Beamte des Landeskriminalamtes und der zuständige Staatsanwalt untersuchten dann am Abend den Tatort. "Übliches Vorgehen bei der Benutzung der Schusswaffe", erklärte der Pressesprecher vor Ort. Herzogenaurachs Polizeichef Norbert Hacker sagt, dass die Tat sehr dramatisch sei, aber auch: "Zum Glück haben wir solche Einsätze bei uns sehr selten!"