Mit dem Strom, der gestern am Vormittag von einem einzigen der fünf neuen Lonnerstadter Windräder produziert wurde, hätte man locker 1100 Staubsauger betreiben können. Windpark-Initiator Herbert Krafft ist stolz, dass drei Anlagen bereits ins Netz einspeisen, die vierte am 23. und die letzte am 30. Dezember angeschlossen werden.

"Es ist sehr gut gelaufen", sagt Projektleiter Arno Weber von der Firma Wust, Wind und Sonne. Man sei mit dem Bau voll im Zeitplan geblieben, was auch daran lag, dass nur an wenigen Tagen der Wind die Arbeiten behinderte.

Der kann jetzt wieder kräftig blasen. Theoretisch könnten mit der Leistung des Lonnerstadter Windparks über tausend Haushalte versorgt werden. Fünf Millionen Kilowattstunden soll er im Jahr liefern, wobei jede nach dem Gesetz über erneuerbare Energien mit 8,9 Cent vergütet wird. Nach Abzug des Direktvermarkter-Anteils bleiben für die über 200 Bürger der Betreibergesellschaft 8,7 Cent.

20 Jahre Laufzeit sind angepeilt. Weber geht aber davon aus, dass die Anlagen länger Strom liefern. Für den Rückbau der Windräder ist bereits eine Bankbürgschaft hinterlegt.

Schon bald sollen die verbreiterten Kurven auf den Waldwegen zwischen der Rastanlage Steigerwald und den Standorten der Windräder zurückgebaut werden. Die erweiterten Kurvenradien waren für die überlangen Schwertransporte nötig. Die aufgeschotterten Waldwege bleiben.

"Man muss sich an den Anblick gewöhnen", sagt Krafft zur neuen Silhouette über Lonnerstadt. Nachts fallen rote Lichter auf den Maschinenhäusern in 141 Metern Höhe auf. Die LED-"Hindernisbefeuerung", die derzeit noch wild durcheinander blinkt, soll demnächst gleichgeschaltet werden.

Als Auflage vom Landratsamt hat die Betreibergesellschaft eine Ausgleichsfläche anlegen müssen. Auf zwei Hektar wurden nahe dem Schützenhaus 173 Obstbäume und 350 Meter Hecke gepflanzt. Dazu noch drei größere Kastanien im Ort.