Schattenplätze waren am Samstagnachmittag Mangelware am Rudolf-Dassler-Sportfeld. 2500 Interessierte waren gekommen, um das Aufeinandertreffen der ehemaligen Fußball-Größen aus Herzogenaurach mit früheren Bundesliga-Stars und einigen WM-Helden hautnah mitzuerleben. Doch die Hitze forderte ihren Tribut, denn neben den Zuschauern kamen auch die Altstars bei dem als lockeren Kick geplanten Benefizspiel zwischen den Traditionsmannschaften des 1.FC Herzogenaurach und des 1.FC Nürnberg kräftig ins Schwitzen.

Die Partie hatte viel Schauwert, vor allem waren die Menschen aber wegen Lothar Matthäus gekommen. Die Ehrung für 40 Jahre Mitgliedschaft beim FC Herzogenaurach hatte der 51-Jährige zum Anlass genommen, seine Heimatstadt zu besuchen und mit der Vereinsführung ausgemacht, die Ehrung, die auch Helmut Fischer (50 Jahre) und Dieter Nüssing (25) zuteil wurde, mit einem großen Fest zu verbinden, dessen Einnahmen der Jugendarbeit beim FCH zu Gute kommen. "Es glaubt mir vielleicht nicht jeder, aber ich freue mich jedes Mal, wenn ich nach Herzogenaurach komme", erklärte der Rekordnationalspieler, als er von FCH-Vorsitzenden Walter Nussel die Urkunde überreicht bekam.

Der Aufwand sollte sich lohnen: Allein bei der Autogrammstunde, für die sich Matthäus im FC-Heim mehr als 30 Minuten Zeit nahm, bildete sich eine so lange Schlange, dass Stadionsprecher Klaus-Peter Gäbelein bald erklären musste: "Die Autogrammkarten sind leider aus."


Tipps für den Nachwuchs



Matthäus zeigte sich gut gelaunt und ging auf Tuchfühlung - vor allem mit den kleinen Fans und Nachwuchstalenten des FCH, denen er in einer 45-minütigen Trainingseinheit wichtige Tipps mit auf den Weg gab. "Der war ja total nett", befand dann auch Anton Russ und war sich mit seinen Teamkollegen der E3 einig: "Das war cool." Die etatmäßigen Trainer, Ralph Kittler und Frank Rösner, waren mit den Leistungen der Neun- und Zehnjährigen rundum zufrieden. "Ihr habt alle toll mitgemacht und der Tobi im Tor war überragend", sagte Kittler, der selbst den einen oder anderen guten Rat des ehemaligen Weltfußballers verinnerlichte.

Das Duell der Traditionsmannschaften ist schnell erzählt: Bei den eingespielten "Clubberern" zog im Mittelfeld der Ex- Düsseldorfer Carlo Werner (einst ASV Herzogenaurach) die Fäden, daneben waren der frühere Club-Libero Jörg Dittwar und die Fürther Legende Bernhard Bergmann Aktivposten. Überragend agierte Sasa Ciric, der die FCH-Abwehr schwer beschäftigte und allein fünf Treffer erzielte.


Club war spielerisch überlegen



Bei den Pumas versuchten Thomas "Icke" Häßler, Stefan Reuter, Günter Güttler und Andreas Brehme sowie die Eigengewächse Rudi Kolb , Rudi Litz und Reinhardt Rosenzweig, Ordnung ins Spiel zu bringen. Doch die Mannschaft, im Schnitt rund zehn Jahre älter als der Gegner, musste sich der spielerischen Übermacht des Clubs beugen.

Lothar Matthäus, vor dem Spiel als 700. Mitglied beim Heimatverein Herzogenaurach aufgenommen, schied nach 20 Minuten wegen einer Muskelzerrung aus. Genauso wie Jürgen Echtner im Tor, der sich das Knie verdrehte.