"Wenn nichts passiert, reißt die Mauer wieder", sagt Volker Mehring. Die Familie in Kleinwachenroth hat ähnliche Probleme mit dem Wurzelwerk einer Linde wie die Anwohner der Straße "Am Steinacker", über die der FT am Donnerstag berichtete.

Etwa neun Meter hoch ist die Linde, die vor dem Garten der Mehrings auf Gemeindegrund steht. Die Wurzeln waren bereits stark durch die Eingrenzungsmauer hindurchgewachsen, wie die Eigentümer jetzt beim Aufgraben feststellten. Sie wollen ihren Garten neu anlegen und eine neue Einfriedung schaffen.


Riss in der Mauer

"Im Garten kommt nichts hoch", sagt die Eigentümerin. Die Kraft der Linde lasse weder ein Blümchen noch ein Gemüse wachsen. Einen Riss in der Eingrenzungsmauer hatten sie bereits vor drei Jahren festgestellt. Der sei nicht durch das damals errichtete Nebengebäude entstanden. Dafür hätten sie Beweise.

Außerdem stehe der Baum genau über dem Kanal, meint der Hausherr. Die Gemeinde habe auch Videoaufnahmen davon, dass bereits Wurzeln in die Kanalrohre eingewachsen sind. Die Familie wünscht sich nichts mehr, als dass die Linde gefällt würde. Die Gemeinde sei auch bereits vor Ort gewesen, verhalte sich aber abwartend.
"Die Problematik ist erkannt", sagt Thomas Schuberth vom gemeindlichen Bauamt auf Nachfrage. Eine allgemein gültige Lösung gebe es jedoch nicht. "Aktuell sind uns ohnehin die Hände gebunden", betont er. Laut Bundesnaturschutzgesetz dürfe ab 1. März bis in den Herbst hinein kein Baum gefällt werden. Und wenn, dann nur, wenn es unbedingt erforderlich sei, zum Beispiel, wenn Gefahr durch den Baum drohe. Der Sachbearbeiter will sich aber weiter der Angelegenheit annehmen.