Die Gaststätte des SC Münchaurach heißt ganz schlicht Sportheim, doch jeder nennt und nannte sie nur "Linda", mit dem Vornamen der Wirtin - sie machte das Lokal mit Charme, Freundlichkeit und ihren Schaschliks zu einer Instanz. In Aurachtal hieß es deshalb auch nicht, wir gehen ins Sportheim, sondern "wir gehen zur Linda" - und alle wussten Bescheid.

Nach etwas über dreißig Jahren gibt die 70-jährige Linda Putz den Zapfhahn in neue Hände, sehr zum Bedauern der Vereinsführung und der Fußballer sowie der Stammgäste. Am Tag vor Heiligabend wurde die beliebte Wirtin von der Vereinsführung und den Stammgästen denn auch gebührend verabschiedet. Die Vereinsführung mit Bürgermeister Klaus Schumann, Jörg Becker und Helmut Haninger bedankte sich im Namen des Vereins.

Schumann ließ die Zeit, seitdem er mit seiner Familie in Münchaurach wohnt, kurz Revue passieren. So war ihm bei seinem ersten Besuch im Sportheim klar - da wohnte der jetzige Bürgermeister mit seiner Familie überhaupt noch nicht in Münchaurach -, dass er da öfter hingehen werde. Das erfüllte sich dann schneller und öfter, als sich Schumann vielleicht vorgestellt hatte. Denn er teilt sich mit Jörg Becker und Sylvia Heuberger die Vereinsführung des SC Münchaurach und wurde zudem zum Bürgermeister gewählt.


Immer Zeit für ein Gespräch

Als die Wirtin beim Sportverein mit dem Ausschank begann, gab es das Sportheim überhaupt noch nicht. Da, wo heute die Turnhalle steht, stand das "Hüttla", eine Hütte aus Holz. Im Jahr 1988 wurde dann das Sportheim gebaut, mit der gemütlich eingerichteten Kneipe und dem Tresen, der viele Geschichten erzählen könnte, könnte er sprechen. Vor über 30 Jahren spielten die heutigen "Alten Herren" in der Schülermannschaft und heute kicken schon deren Kinder und Enkel. Alle, auch die, die heute nicht mehr spielen, sind der Linda treu geblieben, weil sie sich wohlfühlten und Linda immer Zeit für ein Gespräch hatte.

Bei seiner Abschiedsrede zitierte Schumann aus einem Lied von Trude Herr: "Niemals geht man so ganz, irgendwas von dir bleibt hier ...". Und er zeigte sich der festen Überzeugung, dass es auch bei Linda so sein werde und das Sportheim des SC Münchaurach immer mit ihr in Verbindung gebracht wird. Dass Linda Putz, die all die Jahre eigentlich kein freies Wochenende hatte, der Abschied auch nicht leicht fiel, war ihr anzusehen: immer wieder kullerte ihr eine Träne über die Wange, als ihr Schumann für die vielen Jahre dankte.