Schon aus der Ferne schrillen am Donnerstagvormittag Helau-Rufe über den Höchstadter Marktplatz. Als die Kutsche um die Ecke biegt, ist klar: Jetzt geht es Höchstadts Bürgermeister Gerald Brehm (JL) an den Kragen - genau genommen an den Schlips.

Denn in der Kutsche sitzt eine Damen-Abordnung der Höchstadter Fosänachter. Verkleidet mit Hüten, bunten Perücken und Schürzen ziehen sie am "unsinnigen Donnerstag" durch die Stadt und treiben ihr Unwesen. Wie Trophäen haben sie eine ganze Reihe abgeschnittener Krawatten, die "Schnörpfala", an ihrem Gefährt aufgehängt.

Sturm aufs Bürgermeisterbüro


Als die Kutsche vor dem Rathaus hält, stürmen neun kreischende und singende Damen in Sektlaune, bewaffnet mit Scheren, Ratschen, Trillerpfeifen und Akkordeon, die Stufen zum Büro des Bürgermeisters hinauf. Oben angekommen, geben die Fosänachter ein Gedicht und ein Lied zum Weiberfasching zum Besten. Begleitet werden sie dabei vom schunkelnden und lachenden Gerald Brehm.

Doch die Freundlichkeit hilft ihm nichts, es kommt, was kommen muss: Ein routinierter Handgriff und schon sind die närrischen Weiber um eine Trophäe reicher und der Bürgermeister um eine Krawatte ärmer. Und so schnell, wie sie gekommen waren, verschwanden die Weiber auch wieder. Und das selbstverständlich mit ordentlichem Geschrei.