"Die aktuelle Berichterstattung in den Medien hat die Lebensumstände der Kinder nun über den Fokus des Jugendamtes hinaus in ein öffentliches Licht gerückt. Die Situation ist für die Kinder dadurch sicherlich nicht einfacher geworden" sagt Landrat Eberhard Irlinger. Das geht aus einer offiziellen Stellungnahme des Landratsamtes Erlangen-Höchstadt hervor.

Er fügt hinzu, dass das Jugendamt zuvorderst den Schutz der Persönlichkeitsrechte der Kinder zu gewährleisten hat. "Nachdem in der Medienberichterstattung die Kinder jetzt allerdings offen benannt sind und gezeigt wurden, ist es geboten, einige Fakten klarzustellen. Dies halten wir zum Schutz der Kinder für erforderlich."

Als "unwahr" bezeichnet Landrat Eberhard Irlinger die medialen Vorwürfe, das Jugendamt tue nichts für das Wohl der Kinder.

"Es besteht seit langem ein engmaschiger Kontakt sowohl zu den Kindern als auch zur Familie und dem sozialen Netz, insbesondere zu den Schulen. In diesem Zusammenhang fanden und finden regelmäßig unangemeldete und angemeldete Besuche bei der Familie statt. Hierbei werden auch Einzelgespräche mit den Kindern ohne Anwesenheit der Eltern geführt. Wir befinden uns auch seit längerem im Austausch mit den Schulen. Hinweisen - selbstverständlich auch denen der Großeltern - wurde und wird immer nachgegangen", betont Landrat Eberhard Irlinger. "Die Kinder befinden sich bezogen auf ihre körperliche und gesundheitliche Situation in einem normalen Entwicklungszustand, auch ihr Ernährungszustand ist vollkommen normal", unterstreicht Irlinger.

Das Haus, welches die Gemeinde der Familie in Lonnerstadt zur Verfügung gestellt hat, sei in einem einfachen, aber keinesfalls baufälligen Zustand. Bei einem aktuell vorgenommenen unangemeldeten Hausbesuch konnten sich die Mitarbeiter des Jugendamtes wiederum davon überzeugen, dass der Zustand der Kinder und der Wohnverhältnisse nicht zu Beanstandungen Anlass gibt, der Hauptaufenthaltsraum war gut beheizt.

Gleichwohl war aus Sicht des Jugendamtes zu klären, inwieweit sich Gefährdungen für die Kinder in psychosozialer Hinsicht ergeben. Aus diesem Grund hat das zuständige Familiengericht auf Anregung des Jugendamtes in einem familiengerichtlichen Verfahren schon im Sommer die Einholung eines unabhängigen gerichtspsychologischen Gutachtens verfügt. Dieses soll klären, ob die gewählte Lebensform und Ausübung der Erziehung zu einer Gefährdung des seelischen oder geistigen Wohles der betroffenen Kinder führt.