Die Welternährungsorganisation hat das Jahr 2016 zum Jahr der Hülsenfrüchte ausgerufen. "In Deutschland sind sie ziemlich aus der Mode gekommen, dabei sind sie ein wertvoller Eiweißlieferant", sagt dazu Kreisbäuerin Evi Derrer. Sie denkt dabei speziell auch an Verfechter von vegetarischer oder veganer Ernährung. Gerade letztere sollten ihrer Meinung nach reichlich Hülsenfrüchte in ihren Speiseplan einbauen.


Mehr als Bohnakern mit Klöß'

Rote Bohnen, schwarze Bohnen, die dicken Saubohnen, Feuerbohnen und die kleinen weißen, gelbe und grüne Erbsen, die ganze Gruppe der Linsen und nicht zu vergessen die Kichererbsen, die Familie der Hülsenfrüchte ist groß und sehr unterschiedlich in Geschmack und Form. Und ebenso vielfältig ist ihr Einsatz in der Küche. Würde Evi Derrer immer noch streng auf regionale Zutaten setzen und Einführungskurse in die fränkische Küche geben, stünden "Bohnnakern mit Klöß" und "Linsen mit Spotzen" auf ihrer Speisekarte. Aber Derrer legt Wert darauf, dass die Landfrauen über den Tellerrand lugen.


Deutschland-Salat kommt an

Für ihre Kolleginnen aus Wachenroth hat sie deshalb eine Kochvorführung zum Thema Brunchen zusammengestellt. In der Küche der Don-Bosco-Schule stapeln sich die Behälter mit vorbereiteten Zutaten. Vorgeschnippelt wäre das bessere Wort, denn die Vorschläge enthalten viele verschiedene Gemüsesorten. Einer der Höhepunkte ist der "Deutschland-Salat". So nennt Derrer wegen der Farbe der wichtigsten Zutaten ihren Mango-Linsensalat. "Mit der Rucola sieht er doch eher wie der Bundestag aus", wirft Gertrud Badum ein, während Derrer die vorgekochten zwei Linsensorten mit den Paprikastückchen mischt. Für das Schwarz in der Flagge nimmt sie Beluga-Linsen, die kleinen, sehr dunklen, die bissfest bleiben.
"Besonders bei den roten Linsen müssen Sie genau auf die Kochzeit von nur fünf Minuten achten. Sonst werden sie weich und zerfallen", erläutert sie. Falls das doch passiert, wäre das nicht so schlimm. Zwar müssten für den Salat nochmals rote Linsen gekocht werden, aber die zu weichen gäben den Grundstoff für den scharfen indischen Brotaufstrich, den Derrer ebenfalls zu ihrem Brunch servieren würde. Mit ihm kommt jeder Veganer zurecht, mit Naturjoghurt kombiniert ließe sich die Schärfe nach indischer Art abmildern.


Mango flink herumdrehen

Etwas Kopfzerbrechen bereitet den Frauen das Schneiden der Mango. Derrers Tipp: Sie darf nicht zu reif und damit weich sein. Dann lässt sie sich gut schälen und in Scheiben schneiden. Da der dicke Kern ein Geradeaus-Arbeiten verhindert, dreht Derrer mit flinken Fingern die Frucht rundum, um möglichst große Scheiben zu erhalten, die sie dann fein würfelt.
Fertiger Mango-Essig ist eine recht teure Küchenzutat. Deshalb hat sich Derrer überlegt, ob man ihn nicht selbst herstellen kann. Es geht, einfacher als man denkt, wenn man weiß, dass Mango-Sirup häufig in den Getränkeabteilungen geführt wird. Essig und den Sirup mischen, das ist alles. "Man kann davon gern eine größere Menge herstellen, denn durch den Essiggehalt hält die Msichu8ng lange", sagt sie dazu. Die milde Süße dieser Mischung verfeinert auch andere Salate, sind sich die Wachenrotherinnen einig.


Insgesamt 13 Kochvorführungen

Vielleicht noch ein Smoothie, bevor es ans Tafeln geht? Derrer nimmt dafür, frischen Spinat, Äpfel, Bananen und Orangen in Stücken, Apfelsaft und als besondere Note in wenig frischen Ingwer. Vor den Gästen im Mixer püriert, damit kann man Eindruck schinden.
Die kompletten Vorschläge für den Brunch zur Seelenpflege kann man bei den Kochvorführungen der Landfrauen kennenlernen. Insgesamt 13 Mal ist Derrer damit in nächster Zeit bei den verschiedenen Ortsgruppen unterwegs. "Wir freuen uns über Gäste, denn mit unserer Arbeit wollen wir nicht nur Bäuerinnen, sondern alle Frauen, die am Land leben, erreichen."