Zu einer Andacht an einem etwas ungewöhnlichen Ort hatte die Bürgerinitiative "Heßdorf-Klebheim" am Sonntag eingeladen. Nämlich auf eine idyllisch gelegene Waldwiese am Rande der Autobahn, dort wo der Bau einer PWC-Anlage (Parkplatz und WC-Anlage) geplant ist. "Wir sagen Nein zur PWC-Anlage" war neben den ausgehängten Plänen der Autobahndirektion zu lesen.

Die Klebheimer wollten damit ein Zeichen setzen, ein Zeichen gegen die Abholzung von rund sieben Hektar Wald und ein Zeichen für den sorgsamen Umgang mit der Natur. Die Andacht stand unter dem Motto "Schöpfung bewahren", und Pfarrer Lars Rebhan hielt dazu eine beeindruckende Predigt. Gottes Schöpfung sei stark gefährdet. Rebhan las aus dem Buch Genesis, wie am Anfang Gott Himmel und Erde erschuf, die wüst und leer war.

Die Schöpfung erfolgte sechs Tage später, so entstanden Land und Meer, Pflanzen, Tiere des Wassers, alle weiteren Tiere und die Menschen. "Gott gab uns etwas in die Hand, er vertraute uns etwas an. Herrschen über die Erde heißt aber nicht ausbeuten", lenkte der Pfarrer den Blick in die Gegenwart.

Der Mensch vergesse allzu oft, was ihm Gott gegeben hat, und der Umgang mit Natur und Umwelt sollte zum Nachdenken bewegen. Das beginne im Alltag mit dem Müll, dem Verkehr und dem Artenschutz sowie den Bäumen. Der Mensch aber gehe allzu sorglos mit der Schöpfung und mit der Natur um, er missbrauche die Sonderstellung, die ihm Gott gegeben habe.

"Es gilt hier aber auch nicht das Floriansprinzip, sondern es gilt, nachzudenken und Alternativen zu suchen", sagte der Pfarrer zu der geänderten Planung und der Verschiebung der Baumaßnahme an der A3. Nachdenken über Gottes Schöpfung, nachdenken über den Auftrag, den er weitergegeben hat. So könne man gerade im Mai die herrliche Natur entdecken, die Gott dem Menschen geschenkt hat, und der Mensch sollte sehr sorgsam und verantwortungsvoll mit ihr umgehen und nicht jeden Tag einen Teil davon zerstören.

So hieß es auch in den gesungenen Liedern "Kreaturen auf den Fluren, huldigt ihm mit Jubelruf! Ihr im Meere, preist die Ehre, der aus nichts euch schuf! Was auf Erden ist und lebet, was in hohen Lüften schwebet, lob ihn! Er haucht ja allein Leben ein." Auch die Fürbitten beinhalteten die Schöpfung und deren Bewahrung.

Der Gottesdienst neben der Autobahn sollte Wirkung nach außen zeigen und den stillen Protest der Klebheimer symbolisieren. "Das ist ein ungewöhnlicher Ort, eine ungewöhnliche Zeit, wir wollten damit ein Zeichen setzen und wachrütteln", erklärte Pfarrer Rebhan am Ende.

Artenschutzprüfung kommt noch

Im Anschluss lud die Bürgerinitiative zu hausgemachten Kuchen und Kaffee ein, und die Besucher konnten sich an den Stellwänden über die aktuelle Planung informieren. Wie Bürgermeister Horst Rehder (BB) im Gespräch erwähnte, wird im Sommer das von der Gemeinde Heßdorf in Auftrag gegebene Gutachten zur speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung (saP) vorliegen.

Das beauftragte Büro Otto Heimbucher aus Nürnberg habe bereits bei seinen Untersuchungen von August bis Oktober des vergangenen Jahres diverse Fledermausarten, Amphibien und Reptilien, darunter auch einige streng geschützte Zauneidechsen, gefunden. Die Untersuchungen werden noch bis zum Sommer andauern und dann der Autobahndirektion Nordbayern vorgelegt.

Nach Aussage von Otto Heimbucher habe seitens der Autobahndirektion wohl keine qualifizierte Untersuchung der Tier- und Pflanzenarten stattgefunden. So wurden nur die als Vogelschutzgebiete ausgewiesenen Bereiche außerhalb der geplanten Anlage untersucht, aber nicht der Wald, den Heimbucher als ein "Eldorado für Tiere" bezeichnete.