Zahlreiche interessierte Zuhörer waren in das Edith-Stein-Haus in Weisendorf gekommen, als zum wiederholten Mal die Teilnehmer eines Streichquartett-Kurses unter Walter Engelmann ihr erarbeitetes Repertoire zum Besten gaben.
Werke von Antonio Vivaldi, Wolfgang Amadeus Mozart und Franz Schubert standen auf dem Programm. Engelmann würdigte die optimale Unterbringung und Versorgung der Mitglieder des Streichquartett-Kurses im Edith-Stein-Haus in Weisendorf, wo diese Quartette von Mozart und Haydn einstudiert hatten. Das Haus habe allerdings bei dem kühlen Wetter kaum Umsatz an Getränken gemacht, wie Engelmann anmerkte.
Fabian Engelhardt (Nürnberg) an der Oboe und Alexander Friedrich (Erlangen) am Cembalo unterstützten die Kursteilnehmer.
Der Oboist Engelhardt legte 2001 sein Abitur am Labenwolf-Gymnasium in Nürnberg unter anderem bei dem in der Region nicht unbekannten Klaus-Dieter Stolper ab, der das Konzert interessiert verfolgte. Danach studierte er Oboe und Cembalo an der Nürnberger Musikhochschule.
Den Auftakt des Konzerts machte von Wolfgang Amadeus Mozart (1756 bis 1791) das Allegro aus dem Streichquartett C-Dur, KV 157.
Von Antonio Vivaldi (1678 bis 1741) zauberten zwei Stücke venezianisches Flair in den Konzertsaal. Zum einen die Sätze Allegro non molto - Larghetto-Allegro aus dem Konzert a-moll, RV 461 für Oboe und Streicher - zum anderen aus dem Konzert F-Dur, RV 455 für Oboe und Streicher mit den Sätzen Allegro-Grave-Allegro.
Vivaldi wurde in Venedig geboren, sein Vater war Barbier. 1703 wurde er Priester und Konservatoriumslehrer am Ospedale della Pieta, einem Waisenhaus für Mädchen in Venedig. Er schrieb seine Konzerte in erster Linie für diese Schule und damit auch für die Schülerinnen. Der "Prete Rosso" war darüber hinaus Theaterimpressario und Geigenvirtuose. "Was er geschaffen hat, ist unglaublich", würdigte Engelmann sein Werk, darunter allein 240 Violinkozerte. Auf ihn geht auch das dreisätzige Konzert zurück. Er war der erste große Meister des Violinkonzerts. Er verstarb verarmt in Wien.
Den Mittelpunkt des Abends stellte von Franz Schubert (1797 bis 1828) das Streichquartett g-moll, D 173 dar, mit den Sätzen Allegro con brio-Andantino-Menuetto (Allegro vivace) -Allegro. Dargebracht wurde es von Anja Schaller (Fürth) und Hartmut Ometzberger (Wien) Violinen, Heinz Mederer (Saarbrücken) Viola und Frederike Bertschi (Zürich) Violoncello.
"Schubert ist nur 31 Jahre alt geworden. Er war ein Genie", charakterisierte Engelmann den Komponisten. Der Lehrersohn war Sängerknabe der Wiener Hofkapelle und lernte dadurch die Musik von Haydn und Mozart kennen. In der Familie spielte er Bratsche. Mit 18 Jahren schrieb er das gespielte Quintett.
Schubert fühlte sich vor allem in seinem Freundeskreis geborgen. Er lebte äußerst bescheiden und komponierte für sich und seine Freunde. Vor allem der Sänger Johann Michael Vogel machte ihn bekannt. In seinem Todesjahr 1828 gab es ein erstes Konzert mit seinen Werken. "Welche Tiefe, welcher Ernst in der Musik dieser jungen Jahren liegt, ist unglaublich!" Schubert schuf allein 20 Streicherquartette.
Die Stücke wurden von den Zuhörern mit lang anhaltendem Applaus bedacht. Zum Abschluss wurde von den Musikern und den Zuhörern noch gemeinsam das Lied "Der Mond ist aufgegangen" von Matthias Claudius in der Vertonung von Schubert intoniert.
Mit ihren freiwilligen Spenden nach dem Konzert unterstützen die Besucher ein Projekt des Instituts Notre Dame de Vie in Venasque, wo die Ausbildung für geistliche Berufe ermöglicht wird. Walter Engelmann wird auf einer Reise demnächst dieses Zentrum besuchen.