RöttenbachDie Kinderspielstadt Röbalino findet in den Sommerferien zum sechsten Mal statt. Unter der Leitung von Frank Schulte vom Fachbereich Familie, Jugend & Soziales der Gemeinde Röttenbach und der Jugendpflegerin Christina Lorz soll für Kinder das Leben der Erwachsenen erlebbar gemacht werden.

Rund 100 Kinder ab der zweiten Klasse bis zum zwölften Lebensjahr wirken zwei Wochen von 8.30 bis 16.30 Uhr auf dem Pausenhof der Mittelschule Röttenbach an der Spielstadt mit. Aber Röbalino ist mehr als eine Ganztagsbetreuung für Schulkinder, denn alles dreht sich um die Frage "Was braucht eine Stadt - mit welchen Mitteln kann man eine Stadt demokratisch verwalten?"

Die Kinder haben die Möglichkeit, in 30 Jobs, die über das eigene Arbeitsamt vermittelt werden, ihren Beitrag zum Stadtleben zu leisten. In Röbalino gibt es eine eigene Währung, den Röbalino-Taler. Man verdient in den festen Jobs fünf Taler in der Stunde und kann dann nach Abzug von 25 Prozent Steuern einiges davon kaufen. "Besonders die Jüngeren fragen erst, warum sie vom erarbeiteten Geld etwas abgeben müssen. Sie wachsen in das System hinein und verstehen es immer besser", erklärt Frank Schulte.

Wer sich selbstständig machen möchte, muss das beim Bürgermeister beantragen. Doch auch hier mischen die Bürger der Spielstadt mit, z. B. wenn sie moralische Bedenken gegen die beantragte Idee haben. Denn die gab es beim Antrag für eine Schießbude. Einige der Mitbürger hatten Bedenken, ob das denn gut wäre, Waffen in der Stadt zuzulassen. Also endete das ganze mit einem Bürgerbegehren, das vom eigenen Fernsehteam begleitet wurde. Nach Abwägen von Pro und Contra, entschieden sich die Bürger dann dagegen.


Mehr Süßes

Auch Demonstrationen für mehr Süßgetränke wurden schon gehalten. "Dem mussten wir uns dann natürlich beugen", erklärt Frank Schulte mit einem Augenzwinkern, "denn wir leben hier schließlich in einer Demokratie." Die Schüler erleben nicht nur die Welt der Erwachsenen, sondern erforschen, wie Demokratie so funktioniert.

Die Organisation des ganzen Sommercamps beginnt schon im November und ist mit hohen Materialkosten verbunden. Das zahlt größtenteils das Landratsamt Erlangen-Höchstadt. Voraussetzung für alle Gemeinden, die so etwas für ihre Schulkinder möglich machen wollen, ist es, das Projekt im Rahmen einer Ganztagsbetreuung in den Ferien anzubieten. Die Eltern der Kinder übernehmen einen Minimalbeitrag.

Insgesamt wirken 30 hierarchisch aufgestellte Betreuer mit. Unter den beiden Organisatoren, die die direkten Ansprechpartner für alle anderen Betreuer sind, arbeiten drei Kinderpfleger als Honorarkräfte, sechs Praktikanten aus der Fachakademie Höchstadt und viele Kinder, die selbst einmal Bürger der Stadt waren. Die jungen Betreuer die jetzt im Alter von 14 "Bezirks- und Fimenleiter" sind, übernehmen Verantwortung und betreuen inzwischen selbst die neuen Bürger von Röbalino- City.

Interessenten können sich ab Oktober 2016 auf der Gemeindeseite Röttenbach Informationen zum Camp 2017 einholen. Das beliebte Camp ist offen für alle Kinder des Landkreises.